Ein beschauliches Reihenhaus, ein idyllischer Vorgarten und die unvermeidliche Grillparty - bloß die Kohle fehlt. Die Männer beschaffen sie gerade, allerdings eine etwas andere Kohle als die für den Grill: Sie rauben den Geldtransport eines Baumarkts aus. Großes Mitleid mit dessen Besitzer kommt allerdings nicht recht auf, weder bei den Amateur-Räubern noch bei den Zuschauern der Sat.1-Komödie "Jetzt sind wir dran", die heute ab 20.15 Uhr gezeigt wird.

Hamburg (dpa). Denn dieser Protz-Bonze, von Ludger Pistor gespielt, ist so fies und tückisch, dass man ihm von Herzen alles Schlechte wünscht. Und außerdem hat der schon Geld genug.

"Doch. Wir können diese Männer schon verstehen, die einmal auch am großen Kuchen naschen wollen", meinen übereinstimmend Jan-Gregor Kremp und Ingo Naujoks. "Man sollte darüber nicht gleich kriminell werden wie hier", sagt Naujoks. "Aber ein solcher Drang, seien wir mal ehrlich, ist doch in uns allen drin. Jeder meint doch, er verdiene nicht genug und müsste in dieser Welt viel mehr im Mittelpunkt stehen."

Gemeinsam mit Rüdiger Klink als Dritten im Bunde finden sie wahre Prachtrollen in der von Heiko Schier inszenierten Komödie. Sie dürfen hier so richtig kernige Ruhrpottler sein. "Spießer, jawohl", findet Naujoks, dem sein "Sind das Spießer, Papi?"-Werbespot zusätzliche Popularität brachte. Aber: "Verachtet mir die Spießer nicht!"

Und dass die eben auch mal ganz unspießig sein können, zeigt dieser Film um einen Möchtegern-Millionencoup. Ihr Ruhrpott lag allerdings nicht weit von Potsdam. Dort wurde gedreht, mit einigen wenigen Außenaufnahmen in Dortmund. "Aber das Milieu, das ich ja ganz gut kenne, ist schon sehr genau getroffen", meint Kremp, der sich gern an die Aufnahmen erinnert.

Nicht nur an das schöne Wetter, sondern auch an das Zusammenspiel mit den Kollegen: "Wir haben uns kein Duell geliefert, sondern richtig schön die Bälle zugespielt."

Wiederholung wird gewünscht. Aber erst mal gehen beide wieder getrennte Wege. Kremp spielt in einem ganz ernsten, ernst gemeinten Krimi unter Markus Imbodens Regie ("Tod einer Brieftaube"), Ingo Naujoks bereitet sich auf einen Solo-Abend mit Gesang, Rockmusik und Rezitationen vor, mit dem er im Sommer zunächst im alt vertrauten Ruhrpott auf Tour gehen will: "Man muss ja heutzutage als Schauspieler auf möglichst vielen Beinen stehen." Titel noch ungewiss: Teufelszeug oder so.

Seiner acht Jahre lang währenden Dauerrolle als treu sorgender, das Baby wickelnder und Frühstück machender Seelenfreund Martin in den Furtwängler-"Tatorten" trauert er nur bedingt hinterher, freut sich aber, wie oft er gefragt wird, warum er nicht mehr dabei sei. Und vielleicht, er könnte es sich vorstellen, findet die Produktion einen dramaturgisch überzeugenden Anlass, ihn wieder einzuführen: "Jetzt war die Rolle erstmal ausgereizt."