Am Osterwochenende veranstaltete das Theater Magdeburg die 1. Magdeburger Musicaltage. Von "My Fair Lady" über Jekyll & Hyde", "West Side Story" bis "Sunset Boulevard" waren die aktuellen Musical-Produktionen des Hauses zu erleben. Am Sonnabend aber erklangen beim "Musical in Concert" bereits Vorgriffe auf das kommende Musical-Open-Air auf dem Domplatz.

Von Liane Bornholdt

Magdeburg. Die festliche Atmosphäre am Sonnabend im Opernhaus Magdeburg begann schon damit, dass das Haus bis auf den letzten Platz ausverkauft war. Auf der Bühne begrüßte eine außergewöhnliche Band das erwartungsfrohe Publikum. Am Flügel und an den Keyboards war der musikalische Leiter, Arrangeur und Moderator des Musical-Konzerts Rainer Ross zu erleben, assistiert von Annette Mauer, die den Sound mit weiteren Tasteninstrumenten verdichtete.

Detlef Gralka spielte die Lead-Gitarre und in der Rhythmus-Gruppe der Gitarrist Jörg Ratai, der Bassist Erhard Buschendorf und Drummer Gören Eggert, eine Formation, die sicher, schwungvoll und mit viel Spielfreude durch den Abend führen würde. Außerdem wirkten mit Ulrika Bäume, Katrin Haase und Uta Zierenberg noch drei Background-Sängerinnen mit, die versiert mit ihren schönen Stimmen einen ganzen Chor vertraten.

Aber natürlich erwartete das Publikum vor allem die Solisten, drei renommierte Musicalsänger, die deutschlandweit, ja in ganz Europa, schon begeistert gefeiert wurden, und zwei von ihnen werden in Kürze die Hauptrollen auf dem Magdeburger Domplatz spielen und singen. Der Norweger Yngve Gasoy-Romdal wird das Biest im Sommer verkörpern. Jetzt aber begann er erst einmal als Mozart aus Sylvester Levays Musical.

Etwas erkältet hatte er es an diesem Abend ein wenig schwer, aber seine Ausstrahlung, Spielfreude und die musikalische Klasse ließen ihm alle Herzen zufließen, und er meisterte die verschiedenen Auftritte alle ganz zauberhaft, etwa "Sunset Boulevard". Hier gelang ihm, mit einer einzigen Szene den Geist des ganzen Musicals auf die Konzertbühne zu bringen.

Begeisterten Applaus aber bekamen auch die beiden Damen. Leah Delos Santos wird die Belle sein auf dem Open Air, und in Concert sang sie auch aus "Mozart!" das träumerische "Der Prinz ist fort", und vor allem als Partnerin von Gasoy-Romdal ein Duett aus Dennis Martins "Bonifatius" "Wenn das wirklich Liebe ist" oder "Sonne und Mond" aus "Miss Saigon".

Nicht nur romantische Töne beherrscht die Sängerin. Im berühmten "Alles, was du kannst, das kann ich viel besser" ("Annie Get Your Gun") zeigte sie, dass sie eine wirkliche Komödiantin auf der Bühne ist, die sowohl stimmlich als auch darstellerisch außerordentlich vielseitig sein kann.

Vielseitigkeit gehörte zu den großen Vorzügen

Die Vielseitigkeit gehörte zu den großen Vorzügen dieses Musical-Konzertes, und diese kam auch dadurch zur Wirkung, dass nicht einfach nur große Hits nacheinander abgesungen wurden. Jedes einzelne Stück wurde auch ein wenig gespielt, Rainer Roos hat ein paar kurze Geschichten zu den Stücken, den Sängern und den Rollen erzählt, und die Musicaldarsteller schlüpften in die jeweiligen Rollen, so dass es ein wirkliches Musical-Fest wurde.

Als dritte Solistin und der wirkliche Star dieses wunderbaren Abends war die Wienerin Carin Filipcic zu erleben. Sie hat das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hingerissen, etwa mit dem Lied der Rebecca aus Sylvester Levays gleichnamigen Musical oder mit dem wunderbaren Auftrittslied aus "Hello, Dolly!".

Zu einer großen Überraschung wurde ein Song, zu dem es gar kein ganzes Stück gibt, das aber eine so wunderbare Geschichte erzählt, "Das Mädchen von 14b" von Jeanine Tesori. Virtuos singt sich die Heldin dieses Liedes zwischen Operndiva und Jazzröhre ihr eigenes Refugium herbei, besiegt ihre übenden Nachbarinnen und wird dafür gefeiert.

Bevor alle drei Sänger mit einem Abba-Medley gemeinsam auf die Bühne kamen, gaben noch die kommenden Stars von "Die Schöne und das Biest" Vorgriffe auf das Domplatz-Open-Air. "Zuhaus" sang Leah Delos Santos, und man konnte schon wirklich mitfühlen, auch beim gefühlvoll-wehmütigen Solo des Biestes "Wie kann ich sie nur lieben?" und natürlich beim Liebesduett der Helden. Ein Ausblick, der für jeden Musicalfreund ein großes Erlebnis verspricht. Am Ende des Abends gab es stürmischen Beifall, Zugaben und wieder Beifall. Es war ein Fest des Musicals.