Hannover (dpa). Aus Anlass des Mauerbaus vor 50 Jahren zeigt das Historische Museum Hannover eine Sonderausstellung mit beklemmenden Geschichten von der innerdeutschen Grenze. Die Schau beleuchtet 26 Stationen an der niedersächsischen DDR-Grenze vom Eichsfeld im Süden bis an die Elbe. Anhand von Fotografien aus Archiven und Privatbesitz, Filmmaterial und knapp 100 Objekten werden "Grenzerfahrungen" - so der Titel der Schau - sichtbar gemacht. Die Schau läuft bis zum 14. August.

Themen sind unter anderem Massenfluchten ganzer Dörfer, schmerzhafte Trennungen von Familien sowie Gewalt und Tod an der Grenze. "Der längste Abschnitt der innerdeutschen Grenze, etwa 550 Kilometer, begrenzte Niedersachsen", sagte gestern Museumsdirektor Thomas Schwark.

Eine Station der Schau beleuchtet die Arbeit der Zentralen Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen im niedersächsischen Salzgitter. Die 1961 von der Bundesrepublik gegründete Behörde registrierte mehr als 40000 in der DDR verübte Gewaltakte, dazu zählten Verurteilungen, Verhaftungen und Misshandlungen.