Berlin (dpa/epd). Über die deutsche Kunstausstellung in Peking wollen unter anderen Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, am 26. April in Berlin debattieren. Zur öffentlichen Diskussion über den Umgang mit Diktaturen in der Akademie der Künste am Pariser Platz werden der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Klaus Schrenk, der Sinologe Tilman Spengler, der SPD-Politiker Egon Bahr und Akademie-Präsident Klaus Staeck ebenfalls erwartet.

Nach der Festnahme des regimekritischen Künstlers Ai Weiwei waren Forderungen nach einem Abbruch der Kunstschau der Museen aus Berlin, München und Dresden laut geworden. Schon vor Eröffnung der Ausstellung hatte die chinesische Regierung dem Sinologen Tilman Spengler die Einreise verweigert.

Der Deutsche Kulturrat forderte unterdessen, die Ausstellung über die Kunst der Aufklärung im Pekinger Nationalmuseum auf den Prüfstand zu stellen. Sollte Ai Weiwei nicht in kürzester Frist freigelassen werden, sei der Abbruch der Ausstellung "nur schwer zu umgehen", erklärte Kulturrats-Geschäftsführer, Olaf Zimmermann.

Der Präsident der Berliner Akademie der Künste, Klaus Staeck (73), lehnte einen Abbruch der Ausstellung in Peking vorerst ab. "Es wäre töricht, eine Sache, die jahrelang vorbereitet worden ist, jetzt kurzfristig zu schließen", sagte Staeck der Berliner "Tageszeitung" (Dienstagsausgabe).

Er glaube "immer noch an die produktive, subversive Kraft der Kunst". Staeck plädierte dafür, "sich auf allen möglichen Kanälen für Ai Weiweis Freilassung einzusetzen". Der chinesischen Regierung sollte eine Frist gesetzt werden.

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