Leipzig (dpa). Die nationale Sammlung deutschsprachiger Literatur in Leipzig hat Platz für die nächsten 20 Jahre bekommen. Am gestrigen Montag wurde ein neunstöckiger Anbau der Deutschen Nationalbibliothek festlich eröffnet. Der Bau in Form eines Buchrückens bietet Raum für mehr als fünf Millionen Bücher sowie über eine Million Tonträger, 5000 Videos und 800000 Notendrucke. Das entspricht dem, was die Bibliothek in zwei Jahrzehnten sammelt.

"Der Bund hat hier erfolgreich in den Kulturstandort Leipzig investiert", sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Der Neubau leiste einen wesentlichen Beitrag, "den öffentlichen Zugang zu den Quellen unseres Wissens in guter Tradition und auf hohem Niveau in Deutschland weiter zu sichern und auszubauen".

Der Bibliotheksbau stammt von der Stuttgarter Architektin Gabriele Glöckler und hat rund 60 Millionen Euro gekostet. Auch das bislang in Berlin beheimatete Deutsche Musikarchiv hat nun sein Domizil in Leipzig.

Generaldirektorin Elisabeth Niggemann sagte, der Anbau sei eine neue, frische Visitenkarte und eine ideale Einheit von Schönheit und Funktionalität. "Das Glück, die Freude und der Dank strahlen bei uns aus allen Knopflöchern", sagte Niggemann. Nun sei es Zeit, schon die nächste Erweiterung zu planen. "Nach dem Bau ist vor dem Bau."

Die beiden Standorte der Nationalbibliothek in Leipzig und Frankfurt/Main bekommen täglich je mehr als 1000 Neuzugänge. Das entspricht viereinhalb Regalkilometern im Jahr. Es herrscht daher chronischer Platzmangel. In Leipzig handelt es sich schon um die vierte Erweiterung.