Stuttgart (dapd). "Die Schlichtung - Das Musical" feiert morgen in Stuttgart Premiere. Die Idee, die Schlichtung im Theater aufzugreifen, hatte Regisseur Christof Küster, als er die Protokolle der Sitzungen las, in denen alle Versprecher und "ähms" dokumentiert sind. "Da dachte ich mir: Da ist so viel theatralisches Material da." Einige Vorträge grenzten schon an "Realsatire", sagt der Regisseur.

Küster und seine Schauspieler haben beispielsweise den Vortrag eines Tierschutzexperten über den Ameisenbläuling ausgewählt, einen Falter, der auf Magerrasenstandorte angewiesen ist, die von dem Bahnprojekt beeinträchtigt werden. Während der Text nahezu originalgetreu den Protokollen entnommen ist, erhält das Stück nicht zuletzt durch die Musikstücke und die überspitzten Darstellungen eine satirische Note. Die Schlichtung wird auf der Bühne stets mit einem Augenzwinkern gesehen.

Gemeinsam mit den Schauspielern hat Küster den Originaltext der Schlichtung zunächst gekürzt. "Wir mussten uns von vielem trennen", sagt Lucia Schlör, die zwei "Stuttgart 21"-Gegner spielt. Herausgekommen ist eine unterhaltsame, knapp zweistündige Low-Budget-Musicalproduktion.