Halle (dpa). Die Himmelsscheibe von Nebra ist auch drei Jahre nach der Wiedereröffnung des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle das Zugpferd des Hauses. Sie sei quasi die "Mona Lisa", sagte Museumssprecher Alfred Reichenberger. "Die Himmelsscheibe lockt die Besucher ins Museum, die dann unsere anderen Funde von Weltbedeutung entdecken." Dazu gehöre der älteste Fingerabdruck, der einem Neandertaler von vor 80000 Jahren zugeschrieben werde.

Die rund 3600 Jahre alte Himmelsdarstellung ist seit dem 22. Mai 2008 im neu eröffneten Landesmuseum zu sehen. Das Museum wurde damals nach rund eineinhalbjähriger Sanierung feierlich wiedereröffnet.

In den vergangenen 36 Monaten haben laut Reichenberger rund 305000 Menschen das Landesmuseum besucht. Im ersten Jahr seien es schon mehr als 120000 gewesen. Zwischen Sonderausstellungen und der Dauerausstellung werde bei den Besucherzahlen nicht unterschieden.

Reichenberger sagte, die Himmelsscheibe solle auch künftig an ihrem Platz in einem gesonderten Raum präsentiert werden. "Sie soll auch nicht mehr rausgegeben werden." Für hochrangige Veranstaltungen gebe es eine Masterkopie, die herausgegeben werden könne. Auch die Forschungsarbeiten an der Scheibe seien abgeschlossen. Ausnahmen gebe es, wenn neue naturwissenschaftliche Methoden neue Erkenntnisse versprächen.

Zur Popularität der Himmelsscheibe hatte auch ihr spektakuläres Auftauchen beigetragen: Zwei Grabräuber hatten sie zusammen mit anderen Bronzestücken 1999 auf dem Mittelberg bei Nebra (Burgenlandkreis) in Sachsen-Anhalt entdeckt. Der Schatz wurde im Februar 2002 von der Polizei bei einer fingierten Verkaufsaktion in der Schweiz sichergestellt. Immer wieder werden neue Erkenntnisse zur Entstehung und Nutzung der Himmelsscheibe bekannt.