Sie scheinen leicht und doch wuchtig zugleich. Alex Bärs großformatige Gemälde verblüffen wegen dieser vermeintlichen Disharmonie. Zu sehen sind sie bis zum 4. März in der Magdeburger Galerie "Himmelreich". Mit ihnen stellt sich ein Maler vor, der seine zweite Heimat in Halle gefunden hat.

Von Klaus-Peter Voigt

Magdeburg. Der 1967 in Zürich geborene Maler legte stets Wert auf eine solide Ausbildung, absolvierte ein gestalterisches Grundjahr an der Hochschule für Gestaltung seiner Heimatstadt, arbeitete in einem Architekturbüro und in einer Schreinerwerkstatt. Der Grundstein für die Vielfalt im Beruf war gelegt, dann folgten die Ausbildung zum Grafik-Designer, ein Studium der freien Malerei in Basel, das ihn wohl nicht befriedigte.

Die Suche nach seiner eigenen Formensprache führte in an die Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Dann noch einmal der Wille zum Lernen. Bis 2003 absolviert Bär ein postgraduales Aufbaustudium an der Halleschen Burg Giebichenstein bei Otto Möhwald, Thomas Runge und Ulrich Klieber. So wurde er schließlich in der Saalestadt heimisch, pendelt regelmäßig nach Zürich.

Der eingeschlagene Bildungsweg und natürlich der eigene Antrieb hatte stets die Figürlichkeit im Blick. Das mag auch die Ursache für die Wahl der Leipziger Hochschule gewesen sein. Und so entstehen lebendige Szenen auf großformatigen Bildern. Da liegt er nah an der Figürlichkeit der ostdeutschen Malerei der Vorwendezeit und fühlt sich ihr eindeutig verbunden. Bär geht es dabei eher nicht um eine konkrete Abbildung des Gesehenen.

Er abstrahiert, ohne seine Absicht aus den Augen zu verlieren. Die Personen verstecken sich hinter einer Abstrahierung, Gesichter bleiben mitunter leer aber trotzdem kaum fremd. Da ist die Schreitende, wuchtig, fast voluminös kommt sie daher, die Kleidung nur angedeutet, ein Akt und doch keiner. Ein klobiger Stuhl bildet das Beiwerk, ansonsten schafft der Maler mit Farbflächen Stimmung und Umgebung. Dann zeigt sich die "Versuchung" in fast schemenhafter Andeutung, Üppigkeit - oder sollte man Wohlstand sagen - macht sich breit. Mit der Andeutung zivilisatorischen Mülls stellt das Bild Fragen, symbolhaft schwebt die weiße Taube über allem, nicht dominierend, eher als Beiwerk.

Es sind die Farbflächen, die Alex Bär geschickt miteinander verbindet. Fast wie Patchwork wirken manche der Arbeiten ,ohne dass die Kanten schroff und trennend wirken. So schafft er eine eigentümliche Stimmung, eher verhalten, im Geflecht der einzelnen Elemente gilt es, Details zu entdecken wie bei "Gelbe Katze". Tier und Aktdarstellung sind klar abgetrennt und suchen doch die optische Nähe in einer nicht minder wichtigen Landschaft. Doch welche Rolle spielt die Katze, welche Rolle das Weib? Emotionen werden gefordert, aber im Bild nur angedeutet. Bärs Farben zeigen sich fast archaisch, erdverbunden. Der Künstler hat seinen Weg gefunden, viele künstlerische Einflüsse seiner Lehrer schwingen mit, das macht die Bilder spannend und besonders.

Die Galerie, Breiter Weg 213b, ist dienstags bis freitags von 12 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 13 Uhr geöffnet.