Halle (gw). In einer neuen Ausstellung widmet sich der Kunstverein "Talstrasse" e.V. dem Künstler Günter Grass. In Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Lübeck können 50 grafische und mehr als zehn plastische Arbeiten gezeigt werden. Die Ausstellung wird morgen um 20 Uhr eröffnet.

"Sie präsentiert den Besuchern die Bandbreite eines Künstlers, der mit Lust aquarelliert, radiert, lithografiert und in Ton formt, um Bronze entstehen zu lassen – dies in Zyklen aber auch in alleinigen Momentaufnahmen, heiter, lyrisch, engagiert", sagt Kunstwissenschaftlerin Christin Müller-Wenzel.

Günter Grass, 1927 in Danzig geboren, hat 1947 eine Steinmetzlehre absolviert und zwischen 1948 und 1952 Malerei, Zeichnung und Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert. 1953 bis 1956 war er Schüler des Bildhauers Karl Hartung an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. Seitdem ist er gleichermaßen bildkünstlerisch und literarisch tätig. Häufig entstehen grafische Arbeiten parallel zum Schreiben.

"Ich zeichne immer, auch wenn ich nicht zeichne, weil ich gerade schreibe oder konzentriert nichts tue", hatte Günter Grass 1986 über seine eigene künstlerische Arbeit vermerkt. Stets soll er mit Notizheft und Skizzenblock unterwegs sein, um das festzuhalten, was er beobachtet.

Die Arbeiten des Literaturnobelpreisträgers (1999), der mit der 1959 erschienenen Roman "Die Blechtrommel" berühmt wurde", sind bis zum 1. Mai in Halle zu sehen.