Von Liane Bornholdt

Magdeburg. Mindestens einmal pro Jahr ist der Jazzpianist Axel Zwingenberger Gast in der Reihe Kunst – Kultur – Karstadt, und er hat eine große und treue Fangemeinde. Mit seinem virtuosen, ja rasanten Klavierspiel versteht er es, immer aufs Neue zu begeistern. Axel Zwingenberger versteht es aber auch, seine Auftritte abwechslungsreich zu gestalten, denn er kam in den letzten Jahren stets mit anderen Musikerfreunden.

Jetzt war er mit seinem Bruder, dem Schlagzeuger Torsten Zwingenberger, und mit dem Engländer Chris Jagger, dem Bruder von Mick Jagger, nach Magdeburg gekommen. Beide sind viel mehr als "nur" Brüder, sie sind beide Vollblutmusiker wie natürlich auch Axel Zwingenberger, jeder mit seinem besonderen und sehr eigenen Stil, Boogie Woogie mit atemberaubender Fingerfertigkeit und glänzendem Diskant bei Axel Zwingenberger, subtile, manchmal auch leise und oft warme Schlagzeugtöne bei Torsten Zwingenberger und Rythm & Blues ist die große Liebe von Chris Jagger.

Vereint aber sind alle drei durch ihre Freude am Blues und allen verwandten Musikstilen. So begannen die Zwingenberger-Brüder das Konzert im fast ausverkauften Karstadt-Restaurant mit Blues und Boogie, und sie spielten Stücke, welche die gemeinsamen Wurzeln dieser Musik deutlich werden ließen. Als Chris Jagger auf die Bühne kam, zunächst als Solist mit seiner Akustik-Gitarre, Mundharmonika und mit seiner Stimme, spielte auch er Blues, ganz anders freilich als das Piano-Schlagzeug-Duo. Jagger versteht es, der Bluessentimentalität immer auch einen Zug zum Heiteren abzugewinnen, nicht zuletzt durch ironisch gefärbte Texte, einen offensiven hellen Gitarrensound und gern auch einer Wendung zum Rockigen. Er bezieht auch das Publikum ein, lässt es pfeifen und klatschen und plaudert in seinem unnachahmlichen Denglisch sehr munter und unterhaltsam.

Alle drei Musiker spielten auch gemeinsam, mischten ihre Stile und jeder von ihnen hat ausgezeichnete, virtuose und äußerst reizvolle Soli gespielt. Dabei warfen sich die Drei munter und auch improvisatorisch die musikalischen Bälle zu, als haben sie schon ewig als Trio gespielt.

In gekonnter Dramaturgie wechselten die musikalischen Schwerpunkte, so dass dieses Konzert bunt und spannungsreich wurde, und natürlich bekam Axel Zwingenberger wieder ganz besonderen Beifall, so dass er wohl auch weitere Male nach Magdeburg kommen wird.