Jedes Jahr im März rückt Magdeburg seinen Komponistensohn Georg Philipp Telemann in den Blickpunkt. Festtage und Wettbewerb wechseln sich alljährlich ab. 2011 ist ein Wettbewerbsjahr. Am Sonnabend werden die Teilnehmer begrüßt. Dann beginnt die sechste Auflage mit einem festlichen Konzert – natürlich mit Werken von Telemann.

Von Grit Warnat

Magdeburg. 36 junge Musiker – das Durchschnittsalter liegt bei 28 Jahren – stellen sich ab Sonntag der fünfköpfigen Jury unter Vorsitz des dänischen Musikwissenschaftlers Jesper Bøje Christensen. Obwohl das deutlich weniger Teilnehmer sind als vor zwei Jahren, da hatten immerhin 77 Nachwuchskünstler um die Preise gewetteifert, zeigt sich Carsten Lange sichtlich zufrieden. Denn der Leiter des Zentrums für Telemann-Pflege und -Forschung blickt im Teilnehmervergleich nicht auf die Rekordanmeldung von 2009. Das wäre Äpfel mit Birnen zu vergleichen, sagt er. Lange: "Wir orientieren uns an 2005. Damals war der Wettbewerb wie diesmal auch für Barockvioline und Viola da Gamba ausgeschrieben. 2005 hatten wir 20 Künstler aus sieben Ländern, heute sind es bereits 36 aus 17 Ländern." Wichtig sei, so Lange, dass die Internationalität des Wettbewerbs und damit das Renommee zugenommen habe. Für die Preisträger gelte der Wettbewerb als Sprungbrett, sagt Stephanie Teschner vom Telemann-Zentrum und nennt als Beispiel Felix Koch, einer der Preisträger des ersten Wettbewerbs, der heute Professor an der Musikhochschule in Mainz ist.

Vergeben werden neben 1., 2. und 3. Preis auch der Bärenreiter Urtext-Preis, der Sonderpreis der Melante-Stiftung Magdeburg und zum zweiten Mal der Publikumspreis. Insgesamt sind 15000 Euro ausgeschrieben.

Die Preisträger werden traditionell in einem Abschlusskonzert am 20. März Werke aus ihrem Wettbewerbsprogramm vortragen. Begleitet werden sie vom Ensemble Musica Alta Ripa. Die Musiker, die bereits zweimal mit dem Echo Klassik ausgezeichnet worden sind, sind auch im Rahmenprogramm mit einem Gesprächskonzert zu erleben.