Von Helmut Rohm

Zerbst. Mit einem Festkonzert im gut besetzten Katharina-Saal der barocken Stadthalle Zerbst wurden am Donnerstagabend nach dem offiziellen Festakt die 11. Internationalen Fasch-Festtage 2011 musikalisch eröffnet.

@$ID/[No paragraph style]:Das von der Stadt Zerbst und der Internationalen Faschgesellschaft initiierte Musikfestival ist 2011 "Fasch - Vater und Sohn" gewidmet.

Johann Friedrich Fasch (1688-1785) war 36 Jahre Hofkapellmeister von Anhalt-Zerbst. Sein Sohn Carl Friedrich Christian Fasch (1736-1800) ist der Begründer der Berliner Singakademie.

Für das Eröffnungskonzert verpflichteten die Organisatoren mit dem Main-Barockorchester Frankfurt unter Leitung von Martin Jopp eines der renommiertesten Ensembles für die Interpretation alter Musik auf Originalinstrumenten.

Gleich mit der eingangs gespielten Ouvertürensuite d-Moll für zwei Oboen, Fagott, Streicher und B.c. (FWV K:d4) von J. F. Fasch erlebten die Gäste einen begeisternden "Werbebeweis" für die Schönheit Fasch’scher Musik. Kenner wie vielleicht anfangs noch Distanzierte zu dieser Barockmusik erfreuten sich an der unterhaltsamen, in den Tempi variablen und besonders klangreichen Musik. Das Dialogisieren der vorzüglich gespielten Holzblasinstrumente untereinander und im Kontrast mit den Streichern schuf reizvolle Klangfarben.

Das Motto der diesjährigen Fasch-Festtage wurde durch die im zweiten Konzertteil präsentierten Erstaufführungen eindrucksvoll dokumentiert.

Die Sinfonia D-Dur für Streicher und B.c. (FWV M:D2) von Vater Fasch ist geprägt von einen fast spielerischen Charakter. Cello und Kontrabass spielten auf, die übrigen Streichergruppen griffen die Melodie nacheinander auf, führten weiter, gaben sie zurück - eine sehr kurzweilige "Unterhaltung, bei der effektvoll mit der Lautstärke variiert wurde.

Die von Sohn Fasch komponierte dreisätzige Sinfonia in F-Dur ist bläserisch opulent besetzt: je zwei Flöten, Oboen und Hörner sowie ein Fagott. Damit wurden die Gäste von einer eindrucksvollen Klangfülle überrascht. In den solistisch breit ausgelegten Passagen brillierten unter anderem die Flöten im Dialog und harmonischem Zusammenspiel mit den Geigen.

Aufgeführt wurden auch Werke von Faschs Zeitgenossen: J. G. Pisendel, J.D. Zelenka und J. D. Heinichen. Mit viel Beifall würdigten die Gäste dieses bewegende Auftaktkonzert.