Von Simone Pötschke

Genthin. Eine Ausstellung mit 50 Werken von Horst Janssen (1929 bis 1995) zeigt das Kreismuseum Jerichower Land in Genthin im Rahmen einer Sonderausstellung, die bis zum 1. Mai zu sehen sein wird.

Die Exposition vereint Druckgrafiken, Zeichnungen, reproduziert als Plakate, und Bücher eines Künstlers, der als einer der ganz Großen seines Fachs im 20. Jahrhundert gilt. Mit einer Auswahl von fünf großen Farbholzschnitten, 27 Radierungen, drei Farbradierungen, neun Lithografien sowie zehn Plakaten gibt die Ausstellung einen Einblick in die druckgrafischen Arbeiten aller Schaffensperioden des Künsters, angefangen von den 1950er bis zu den 1980er Jahren.

Aus dem bekannten Radierzyklus "Meistermappe Laokoon" werden in der Sonderausstellung sechs der insgesamt 24 Blätter gezeigt.

Horst Janssen, der als Mensch exzentrisch und egomanisch beschrieben wird, gilt als einer der bedeutendsten Zeichner und Grafiker der Nachkriegszeit. Seine Holzschnitte, Lithografien und Radierungen haben im Urteil von Fachleuten das Attribut genial verdient. Traditionelle grafische Techniken hat Janssen zu einer neuen Blüte verholfen und neue Qualitäten bei den Radiertechniken erschlossen.

Bis auf den heutigen Tag, auch 16 Jahre nach seinem Tod, sind Janssen-Arbeiten in allen großen Museen und allen Galerien der Welt zu sehen.

In Sachsen-Anhalt war von Horst Janssen, bis auf eine Ausstellung im Jahr 2003 im Magdeburger Literaturhaus, kaum etwas zu sehen. Sie beschränkte sich seinerzeit allerdings auf Holzschnitte und Selbstbildnisse. Das Leipziger Museum für Bildende Künste präsentierte bis Anfang Februar eine Janssen-Ausstellung.

Ermöglicht wurde die gegenwärtige Sonderausstellung in Genthin durch Leihgaben des Horst-Janssen-Museums Oldenburg sowie durch Leihgaben aus privater Hand.

Zustande gekommen ist sie in einer Zusammenarbeit zwischen dem Kreismuseum mit dem Kunstverein Genthins. Ausgewiesene Janssen-Kenner, die im Verein mitarbeiten, waren Ideengeber für diese Ausstellung.

Für interessierte Besucher wird am Sonntag, 3. April, um 15 Uhr im Kreismuseum ein Galeriegespräch angeboten.