Stockholm (dpa). Erst ein Oscar aus Hollywood und jetzt der "Nobelpreis" für Kinderliteratur: Der australische Bilderbuch-Autor und Illustrator Shaun Tan erhält den diesjährigen Astrid-Lindgren-Preis. Ende Februar hat der 37-jährige Autor zusammen mit Andrew Ruhemann in der Kategorie "Animierter Kurzfilm" den begehrtesten Filmpreis der Welt für "The Lost Thing" ("Das verlorene Ding") bekommen.

Im kleinen Näs bei Vimmerby, Geburtsort der weltbekannten "Pippi Langstrumpf"-Autorin Astrid Lindgren und in fast jeder Beziehung das genaue Gegenteil von Hollywood, vergab die schwedische Jury gestern auch den mit fünf Millionen Kronen (etwa 557000 Euro) höchstdotierten Kinder- und Jugendbuchpreis der Welt an Tan. "Er ist ein virtuoser und plastischer Erzähler, ein Wegbereiter für neue Möglichkeiten von Bilderbüchern", hieß es in der Begründung.

"Seine Bildwelten stellen einen eigenen Kosmos dar, in dem nichts selbstverständlich ist und alles möglich scheint", meinten die Juroren weiter. Tan hat sich auch in Deutschland mit seinen oft ganz ohne Worte auskommenden Büchern einen Namen gemacht und 2009 für "Geschichten aus der Vorstadt" den Deutschen Jugendliteratur-Preis gewonnen. Als Meisterwerk international gerühmt wurde sein Buch "Ein neues Land", in dem über Migration aus der Sicht von Auswanderern komplett ohne Worte erzählt wird.