Mit einem Sinfoniekonzert, der märchenhaften Rossini-Oper "Aschenputtel" und Goethes "Faust. Der Tragödie zweiter Teil", der großen Tragödie der Weltliteratur, startet das Theater Magdeburg im September in die nächste Spielzeit. Generalintendantin Karen Stone nannte bei der gestrigen Spielzeit-Pressekonferenz den Start-Monat einen "goldenen September".

Von Grit Warnat

Magdeburg. Die Vorproben zu "Aschenputtel" laufen bereits. "Das Stück wird bunt, kess, lustig, sehr unterhaltsam", schwärmte die Generalintendantin. Für die Engländerin beginnt die dritte Spielzeit am Magdeburger Theater. "Wir zeigen in dem Monat, dass wir ein Mehrspartenhaus sind."Was fehlt, ist eine Ballett-Premiere. Die steht am 1. Oktober auf dem Spielplan mit "Don Quichotte", einem der beliebtesten und populärsten Ballette.

Insgesamt werden in der kommenden Spielzeit den Besuchern 25 Premieren geboten, neun im Musiktheater, zehn im Schauspiel, zwei im Ballett. Hinzu kommen drei Premieren für junge Zuschauer und ab 22. Juni das Domplatz-Open-Air. Geplant ist "Carmina Burana", ein Ballettspektakel von Gonzalo Galguera.

Die Magdeburgische Philharmonie beginnt ihre Sinfoniekonzerte am 1. und 2. September. Zehn Sinfoniekonzerte sind geplant. "Ich freue mich sehr auf die neue Spielzeit, die Klassik bietet und jungen Talenten Raum gibt", sagte Generalmusikdirektor Kimbo Ishii-Eto. Es wird die erste komplette Spielzeit für den gebürtigen Taiwanesen in Magdeburg sein.

Zweifellos ein Höhepunkt im Konzertplan: Der in den USA lebende Pianist Menahem Pressler, Ehrenbürger der Landeshauptstadt, wird beim 2. Sinfoniekonzert am 6. und 7. Oktober wieder in Magdeburg am Klavier zu erleben sein.

Für den Musiktheater-Bereich hob Karen Stone zwei Aufführungen hervor: "Jenufa" von Leoš Janácek, eine Oper aus dem mährischen Bauernleben, und "Madame Butterfly" von Giacomo Puccini. Stone: "Beide wurden 1904 geschrieben, beide handeln von Frauen mit einem Kind in schwerer Zeit. Es sind zwei anrührende, bewegende Geschichten." Außerdem werde die Zusammenarbeit mit den Telemann-Festtagen fortgesetzt. Am 10. März wird am Opernhaus die Telemann-Oper "Miriways", 1728 an der Hamburger Gänsemarktoper uraufgeführt, gezeigt.

Zum Ende der Spielzeit wird auch Karen Stone wieder inszenieren. "Hänsel und Gretel" hat sie sich ausgesucht, die Engelbert-Humperdinck-Oper, und begründet das mit "dem Kind, das in einem steckt".

Das Schauspielhaus setzt sein Goethe-Projekt fort und wird am 30. September mit "Faust. Der Tragödie zweiter Teil" die Spielzeit beginnen. Nach der Inszenierung von "Schuld und Sühne" wird mit dem "Spieler" das Schauspielensemble einen zweiten Roman des bedeutenden russischen Schriftstellers Dostojewskij auf die Bühne bringen. Regie wird Schauspieldirektor Jan Jochymski führen und den Blick auch ins Heute richten: Wie steht es um unsere Süchte, unsere Spielsüchte?

Und der Schauspielmann Jochymski kündigte auch ein für ihn außergewöhnliches Projekt an: Er wird am Opernhaus den Brecht/Weillschen Welterfolg "Die Dreigroschenoper" inszenieren.

Das Ballett, das mehrere Wiederaufnahmen plant, tanzt auch in der neuen Spielzeit am Schauspielhaus. "Andere Räumlichkeiten, anderes Publikum", sagte Ballettchef Gonzalo Galguera. "Dancing in the City" hat am 24. Februar Premiere. "Es wird ein modernes Tanztheater", so Galguera.

Das neue Spielzeitheft "Mehr vom THEMA" mit dem Programm liegt vor. Illustriert wird es von 250 kleinen Fotos. Gezeigt wird das große Theaterteam in zahlreichen Facetten. Nilz Böhme hat dafür seit Dezember 2010 am Haus fotografiert.

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