Kairo (dpa). Der bisherige Chef-Archäologe Ägyptens, der immer wieder die Nofretete zurückgefordert hatte, ist seinen Job los. Der 63-jährige Zahi Hawass wurde bei der jüngsten Regierungsumbildung am Wochenende übergangen, berichteten gestern Zeitungen in Kairo. Hawass war seit 2002 Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung. Mit seiner regelmäßig wiederholten Forderung nach Rückgabe der weltberühmten Nofretete-Büste aus dem Neuen Museum in Berlin hatte Hawass auch in Deutschland Schlagzeilen gemacht.

Er galt als umtriebiger Lobbyist für das antike Erbe Ägyptens – doch seine Nähe zum gestürzten Präsidenten Husni Mubarak kostete ihn nun seine Stelle. Zum neuen Kultusminister mit Zuständigkeit auch für die Altertümer wurde der Universitätslehrer Emad Abu Ghazi ernannt, der bisherige Generalsekretär des staatlichen Obersten Kulturrates.