Von Hans Walter

Wernigerode. Die Dark-Wave-Band "Persephone" mit ihrer charismatischen Sängerin Sonja Kraushofer gab am Wochenende ein umjubeltes Konzert in der Kirche auf Schloss Wernigerode. Die schwarzen Fans der Band waren aus Städten von Hamburg bis München, von Berlin bis Köln angereist. Wernigerode gilt als "heimliche Hauptstadt" von "Persephone" – alljährlich gibt hier die Gruppe eines ihrer raren Konzerte.

In diesem Jahr arrangierte Bandleader, Cellist und Komponist Martin Höfert die sensible Musik von Klavier, Celli, Bass und Percussion zusätzlich für Violine und Horn, gespielt von vier Musikern des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode. Damit setzte "Persephone" die ertragreiche Zusammenarbeit mit dem Orchester fort, das bereits im Jahr 2007 einige Titel für die sehr erfolgreiche CD-Produktion "Letters To A Stranger" eingespielt hatte.

Sonja Kraushofer ist eine expressive Ausnahmesängerin. Barfuß, im schwarz schleppenden Kleid und mit wehender roter Mähne zelebrierte sie in der kalten Kirche ihre empfindsamen Lieder um Leben und Tod. Ohne elektronische Verstärker, ohne Lichttechnik – nur von einigen Kerzen beleuchtet. Ein verstörender sängerischer Dialog mit dem Publikum über mehrere Oktaven, ein Flüstern und Raunen bis zum Schreien. Auf einem Tischchen liegen die Requisiten – eine Spieldose, Blütenzweige, ein Handspiegel. Die Kunstfigur Sonja Kraushofer inszeniert damit ganze Geschichten in den englisch gesungenen Liedern. Eine Stunde und 45 Minuten Hochspannung um Liebe und Qualen, um Traum und Tod, um das Schattenreich, Gebet und Erlösung. Ein Danse Macabre, ein Totentanz mit Walzer und Tango. Und musikalisch immer vom Feinsten – jede Gefühlsregung findet instrumentale Entsprechung.

Bravorufe und stürmischer Beifall dankte allen Mitwirkenden.