Von Grit Warnat

Stendal. Der Aufsichtsrat des Theaters Vorpommern hat sich am Mittwoch einstimmig für Dirk Löschner entschieden. Er wird zum 1. August 2012 die Intendanz des Hauses an der Ostsee übernehmen. Löschner selbst hat in einer Vollversammlung die Kollegen im Theater der Altmark informiert. Auch Oberbürgermeister Klaus Schmotz weiß Bescheid. "Er hat mit Verständnis und mit Bedauern reagiert", sagte gestern Dirk Löschner, der auch weiß, dass das Bekanntwerden dieser Personalie im Haus für Unruhe sorgen wird. Wahrscheinlich wird auch sein Bruder Sascha Löschner mit ihm gehen. Er ist Chefdramaturg in Stendal.

Dirk Löschner war im Sommer 2009 nach Stendal gekommen. Ihn hatte die Herausforderung gereizt. Er kam aus Detmold, war am dortigen Landestheater Verwaltungsdirektor. In Stendal, ebenfalls ein Landestheater, wurde der damals 42-Jährige Intendant, weil ihn die Mischung aus künstlerischer und kaufmännischer Arbeit gereizt hatte. Dafür war er von einem Dreispartenhaus im dichtbevölkerten Nordrhein-Westfalen an ein Einspartenhaus in die ländlich geprägte Altmark gewechselt. Jetzt wird er wieder an ein Dreispartenhaus gehen – mit Musiktheater, Schauspiel und Ballett. Das sei erneut eine Herausforderung, sagte er.

Die Theater Vorpommern GmbH, dessen Gesellschafter die Städte Stralsund und Greifswald sowie der Landkreis Rügen sind, heißt seine neue Arbeitsstätte. 280 Mitarbeiter hat das Theater mit seinen Spielstätten in Stralsund, Greifswald und Putbus auf Rügen. Löschner: "Für mich hatte sich diese Möglichkeit ergeben. Es ist eine sehr reizvolle Aufgabe. Ich will mich weiterentwickeln." Das Theater der Altmark Stendal hat 71 Beschäftigte.

Löschner, der Schauspieler, Kaufmann und Puppenspieler ist, hat in seinen bisherigen beiden Stendaler Spielzeiten "Tatmenschen" und "Land in Sicht" stets selbst inszeniert. Er nannte das "eine innere Notwendigkeit und eine große Triebfeder". Der Intendant stand mit einem Jaques-Brel-Programm auch singend auf der Bühne. Seine ins Leben gerufene Ein-Mann-Abteilung Puppenspiel hat sich sofort etabliert. Er verlässt das Haus ein Jahr vor Vertragsende.