Von Liane Bornholdt

Magdeburg. Seit dem 18. Mai 2008 erklingt im Magdeburger Dom die große Schukeorgel von der Westempore, und seit dem Sommer 2008 gibt es immer am Sonntagnachmittag um 16 Uhr eine Dreiviertelstunde lang den Orgelpunkt. Auch in diesem Sommer spielen Domorganist Barry Jordan wechselnd mit einigen Gästen insgesamt 14 Orgelpunktkonzerte. Wenn das Musical auf dem Domplatz vorbei sein wird, kann ab 15. Juli auch die beliebte Orgelkunstreihe am Freitagabend um 20.30 Uhr wieder beginnen. Hier wird es bis 2. September acht Konzerte geben.

Den ersten Orgelpunkt dieser Saison spielt Barry Jordan am Sonntag, und es wird ein besonderes Programm zu erleben sein. Es erklingen Orgeltranskriptionen beliebter Orchesterwerke, so zum Beispiel "Dance macabre" von Camille Saint-Saens und Richard Wagners Walkürenritt. Edwin Lamare hat diese Transkriptionen geschaffen und spielt sie auf großen sinfonischen Orgeln. Auch die Magdeburger Orgel ist eine solche Orgel, deren sinfonischer Glanz hier besonders zur Geltung kommen kann.

Auch das 3. Orgelpunktkonzert am 22. Mai widmet sich einer berühmten Orchesterkomposition, den "Planeten" von Gustav Holst, einem Werk, das für ein Riesenorchester mit 20 Holz- und 15 Blechbläsern sowie sechs Kesselpauken geschrieben wurde. Man darf auf den Orgelklang dabei gespannt sein.

Leichteres und Heiteres erklingt am 17. Juli mit "Peter und der Wolf" oder am 24. Juli, wenn der Brite Philip Crozier Tanzmusik auf der Orgel spielt. Zum Abschluss der Reihe in diesem Jahr am 18. September spielt Barry Jordan eine ganz neue eigene, speziell für die Domorgel geschaffene Orgeltranskription von Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung". Bei den Orgelpunkt-Konzerten ist der Eintritt frei, aber um Spenden für die Pflege und den Erhalt der neuen Orgel wird gebeten.

Hahnenkonzert für das Maskottchen

Ein besonderes Konzert auf der Schukeorgel erklingt am Jahrestag der Orgelweihe am 18. Mai, das Hahnenkonzert. Ein geschnitzter goldener Hahn war so gut wie das allerletzte Relikt, welches von der im Zweiten Weltkrieg zerbombten Vorgängerin der heutigen Orgel gerettet wurde, und der war über Jahre hindurch Maskottchen des Magdeburger Domchores.

Das historische Stück ist jetzt in Obhut der Denkmalpflege, aber eine Kopie von ihm lebt heute über dem Spieltisch der neuen Orgel, und der wird sich am 18. Mai zeigen, wenn Peter Planyavsky, Organist und Kapellmeister am Wiener Stefansdom, spielt.

Der Organist ist besonders für seine großartigen und witzig-heiteren Orgelimprovisationen bekannt, und er wird auch in Magdeburg nach den Wünschen der Besucher improvisieren.

Das Gesamtprogramm aller Orgelkonzerte findet man auf www.magdeburgerdommusik.de.

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