Ein Dreigestirn stellt in Magdeburg aus. Ganz klar, die Künstler erweisen sich im besten Wortsinn als fast untrennbares Trio. In der Galerie "Himmelreich" stellen Klaus, Rosemarie und Pauline Ullrich nicht zum ersten Mal gemeinsam aus. Eltern und Tochter ergänzen sich in ihrem Schaffen. Jeder hat seine Schwerpunkte, sucht seine eigenen Wege im Umgang mit Motiven und künstlerischer Umsetzung.

Von Klaus-Peter Voigt

Magdeburg. Malerei, Plastik, Objekte und Schmuck werden bis zum 3. Juni vorgestellt. Vielfach haben die Arbeiten ihren Ursprung in Wils, dem Dörfchen im Saalekreis. Refugium und Rückzugsort scheint es zu sein, die Abgeschiedenheit der nahezu ländlichen Idylle befruchtet augenscheinlich. Jeder hat seine eigenen Schwerpunkte. Alle drei greifen auf gleiche künstlerische Wurzeln zurück, studierten ihr Fach an der halleschen Burg Giebichenstein, nur Klaus-Dieter Ullrich unternahm einen Abstecher an die Hochschule für Bildende Künste in Dresden.

"Lady First" bestimmt den Blick

Wo beginnen? "Lady First" soll den Blick in die Ausstellungsräume bestimmen. Fröhlich kommen die Arbeiten von Rosemarie Ullrich daher. Sie sucht das Alltägliche, um es für sich zu adaptieren. Ihr "Paradekissen" aus getriebenem Kupfer verbindet Plaste und Glasmurmeln mit dem Metall, filigrane Strukturen schaffen die Verbindung. Ähnlich ihr "Gärtnerkissen", das gleich einem Nadelkissen die Utensilien für die Pflege der Grünflächen aufbewahrt. Lust am Fabulieren und Erzählen wird deutlich. Die Schmuckstücke berichten Geschichten, Miniaturen warten auf das wache Auge des Betrachters. Materialien gehen eine Verbindung ein, die die Aussage unterstreichen.

Tochter Pauline Ullrich ist die Keramikerin in der Familie. Souverän geht sie mit dem Material um, experimentiert, legt sich nicht auf eine Ausdrucksform fest. Bildtafeln möchte man die fast reliefartigen Darstellungen nennen. Schriftzüge gehen eine Verbindung mit kryptisch anmutenden Zeichnungen ein. Das Ganze basiert auf Erdfarben und gewinnt seinen Reiz sowohl beim flüchtigen Betrachten als auch beim Entziffern der Worte und Sätze. Mit ihren Plastiken beweist sie ihre handwerklichen Fertigkeiten, vor allem, den schwierigen Brennprozess zu bewältigen. Die lithischen Jungfrauen scheinen im Raum zu schweben, sind auf das Wesentliche reduziert und strahlen zudem eine gewisse Erhabenheit aus. Sie sind in Bewegung und verharren doch auf einem Fleck.

Sinnliches Herangehen

Dann die Bilder von Klaus-Dieter Ullrich. Sie setzen auf Bewährtes und wollen die Figürlichkeit bewahren. In eher pastellartigen, dezenten Farben versinken die Motive nur scheinbar im Gesamteindruck. Fast Ton in Ton entstehen auf der Leinwand Stillleben, dann wieder Adaptionen japanischer Malerei. Themen werden erlebbar, die in der multimedialen Hektik eher unbeachtet bleiben. Dieses sinnliche, fast beschauliche Herangehen schafft Ruhe, will sich bewusst abheben von greller Farbigkeit und spektakulären Motiven.

Öffnungszeiten der Galerie, Breiter Weg 213b: Dienstag bis Freitag 12 bis 18 Uhr, Sonn- abend 10 bis 13 Uhr.

 

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