Gegenwärtig gibt es in den Ausstellungsräumen des Forums Gestaltung einen kleinen Einblick in das Werk der beiden in Magdeburg und darüber hinaus bekannten Künstler Bruno Groth und Reginald Richter. Bruno Groth wurde vor allem mit baugebundenen Wandgestaltungen bekannt und Reginald Richter machte sich einen Namen mit Glasgestaltungen im baugebundenen Bereich.

Von Jörg-Heiko Bruns

Magdeburg. Es ist ausstellungstechnisch nicht ganz leicht, wenn die Arbeiten beider Künstler als Kunst am Bau in der Regel nicht transportabel sind. So werden Arbeitsproben, Modelle und Ausstellungsstücke dann von Fotodokumentationen ergänzt.

Bruno Groth, dessen große und zeitlose, konstruktivistische Wandgestaltung am Eingang der Leiterstraße noch heute besticht, hat nach 1990 im Westen Deutschlands einige Aufträge realisieren können und fand dort hohe Wertschätzung. Er schuf frei geformte plastische Arbeiten, die spannungsvoll beispielsweise Rathaus oder Schule zieren.

Überdies hat sich Groth auch um die Restaurierung von backsteinernen Baudenkmälern verdient gemacht. Dass er verschiedentlich mit dem Maler Manfred Gabriel zusammenarbeitete, belegen die wendebedingt nie an die Öffentlichkeit gelangten Magdeburger fröhlichen Jungfrauen für eine Kellerkneipe in der Leiterstraße oder das kürzlich durch die Umsicht eines Stendaler Baubüros vor der Vernichtung gerettete vierteilige heitere Wandbild von den vier Jahreszeiten, wie sie Manfred Gabriel sah und malte und Bruno Groth mit den bemalten Kacheln handwerklich umsetzte. Stendal hat hier gezeigt, was möglich ist.

Magdeburg hätte hier einiges nachzuholen, was die Sicherung der Kunst von Bruno Groth, der bald seinen 85. Geburtstag feiern wird, betrifft. Reginald Richters Arbeiten sind in Magdeburg, in Berlin, Zinnowitz, Leipzig, Erfurt und anderswo, aber auch in Budapest zu finden. Auch er suchte das Zusammenspiel mit den freien Künsten und gestaltete beispielsweise 1996 im neuen Telekomgebäude in der Leipziger Straße gemeinsam mit Helga Borisch eine Glastrennwand.

In der Kassenärztlichen Vereinigung hat er mit ihr den "Hain des Asklepios" ins Bild gesetzt. Seine plastischen Arbeiten aus Schichtglas für verschiedene räumliche Situationen feiern ihren Höhepunkt mit einer Glasinstallation im Freiraum einer Grünanlage in Annaberg-Buchholz, bei deren Anblick man auch angesichts des Werkstoffes Glas durchaus von der Leichtigkeit des Seins sprechen kann.

Sein Blauer Turm, die jüngste Arbeit des Glasgestalters, wird hier als ein Vorschlag zur Bruno-Taut-Ehrung vorgestellt. Auf jeden Fall darf die Ausstellung im Forum Gestaltung als eine Aufwertung der in DDR-Zeiten entstandenen baugebundenen Kunst gesehen werden, die exemplarisch nicht als Transportmittel für politische Agitation diente. Mit dieser Ausstellung werden zwei verdiente Magdeburger Künstler geehrt, die auch immer wieder versuchten, in ihrem kulturpolitischen Wirken der Elbestadt Gesicht und Gewicht zu geben.

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