Die 11. Internationalen Fasch-Festtage sind beendet. Das Abschlusskonzert in der Zerbster St. Trinitatiskirche gestalteten am Sonntag die Sing-Akademie zu Berlin und die Berliner Lautten Compagney.

Von Helmut Rohm

Zerbst. "Fasch – Vater und Sohn" war das Motto des elftägigen Barockmusik-Festivals. Vater Johann Friedrich Fasch (1688-1758), langjähriger Hofkapellmeister am Anhalt-Zerbster Hof, sein Sohn Carl Friedrich Christian Fasch (1736-1800) und Zeitgenossen standen im Mittelpunkt des Abschlusskonzertes.

Die Sing-Akademie zu Berlin, die älteste gemischte Chorvereinigung der Welt, begeht aktuell ihr 220-jähriges Bestehen. Ihr Gründer war Carl Friedrich Christian Fasch, dessen 285. Geburtstages mit den Festtagen auch besonders gedacht wurde. Ebenfalls aus der Hauptstadt kam die Lautten Compagney. Im großen Halbkreis umschlosssen 26 Sängerinnen und Sänger die Musiker, bei denen zwei barocke langstegige Lauten optisch besonders auffielen.

Zum Konzertauftakt erklang die von getragener Stimmung geprägte, höchstwahrscheinlich zu einem aktuellen Traueranlass am Hofe komponierte und Johann Friedrich Fasch zugeschriebene Trauer-Cantata "Die mit Tränen säen". Klangreichtum im mehrstimmigen Chorgesang, das Miteinander mit den aus dem Chor stammenden ausgezeichneten Gesangssolisten in stimmigem Zusammenwirken mit dem Orchester unter der Gesamtleitung von Kai-Uwe Jirka eröffnete ein Konzertprogramm, das eine gelungene und vom Publikum begeistert aufgenommene "Werbeveranstaltung" für die Schönheit und spannungsvolle Vielschichtigkeit barocker Musik wurde.Ebenfalls von Vater Fasch stammt das Horn-Konzert (FWV L:D18), das von Michaela Müller und Stephan Katte als beeindruckende Solisten präsentiert wurde.

Besonders reizvoll klangen die Dialogpassagen zwischen Holz und Blech, zwischen den jeweils beiden Oboen und Hörnern. Ganz anders in der Ausstrahlung ist Johann Friedrich Faschs Konzert in F-Dur für Blockflöte, Streicher und B.c. In den Händen von Simon Borutzki verwandelte sich die Barockflöte zum wahren Wunderwerk mit zarter Stimme, doch fantastischer Stimmung – und einem phänomenalen Tempo klarster Töne.

"Die mit Tränen säen" ist auch der Titel einer Kantate von Sohn Fasch, geschrieben zum 16. Sonntag nach Trinitatis. Die Vielseitigkeit von Carl Friedrich Christian Fasch, der sowohl als Hofcembalist bei Friedrich II., Operndirektor, Komponist, Musikorganisator und Chorleiter wirkte, wurde auch in den "Zwölf Chorälen" für Chor a cappella deutlich. Die Singakademie brachte Nr. IX und Nr. III zu Gehör.

Zu den im Zerbster Konzert vorgestellten Werken der Faschschen Zeitgenossen gehörte die Erstaufführung einer Missa von Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749). Einen eindrucksvollen Abschluss fanden das Konzert und die Fasch-Festtage mit dem grandiosen "Heilig" von Carl Philipp Emanuel Bach. Es ist eine Komposition für Solisten, zwei Chöre und zwei Orchester, die effektvoll für die Klangwirkung im Altarraum und auf der Empore räumlich getrennt platziert wurden.

Alle Mitwirkenden erhielten sehr viel Beifall. Mit einer Kantaten-Zugabe von Stölzel gaben Orchester und Chor den Dank zurück.