Von Liane Bornholdt

Magdeburg. Mehr als 50 Jahre alt ist ihr Instrument und heutzutage eine Rarität. Die Münchnerin Barbara Dennerlein, die bereits mit elf Jahren ihre erste elektronische Orgel geschenkt bekam und bald darauf als Jazz-Organistin auftrat, spielt auf einer Hammond-B3-Orgel, und sie hat damit ihren unverwechselbaren Sound entwickelt. Das freilich wäre kaum möglich, wenn die Jazz-Frau nicht auch außerordentlich virtuos und mit feinem Gespür für Stile und Klänge musizieren würde.

Barbara Dennerlein war am Donnerstag zu Gast bei Kunst – Kultur – Karstadt, und sie wurde von zwei Musikern begleitet, die ihrerseits ebenfalls hervorragende Musiker sind. Der Gitarrist Ignaz Netzer und der Pianist Thomas Scheytt begannen das Programm mit klassischem Blues und Boogie Woogie sowie Eigenkompositionen. Sie begeisterten vor allem mit einem eigenen Blues, in dem die Verwandtschaft von Blues und Rock deutlich zu hören war und der dem Gitarristen Gelegenheit zu besonders raffiniertem und virtuosem Spiel gab. Auch der Pianist glänzte beim Boogie und spielte über den rollenden Bässen der linken Hand ausgesprochen virtuose Diskantfiguren technisch und klanglich perfekt.

Boogie Woogie war ein Wunsch, den eine Zuhörerin vor zwei Jahren geäußert hatte, als Barbara Dennerlein bereits schon einmal in Magdeburg gastierte. Ein Boogie Woogie auf der Hammondorgel – dies schien für die Musikerin erst einmal sehr fremd. Inzwischen aber, so erzählte die Organistin, habe sie ihren Organ-Boogie Nr. 1 komponiert, und den spielte sie dann natürlich auch. Den Ostinato-Bass spielte sie auf dem Pedal, und auf den beiden Manualen spielte sie in zahlreichen Registerfarben die Melodiestimmen. Dabei stellte sie den Klangfarbenreichtum ihres Instrumentes vor und begeisterte das Publikum im Karstadt-Restaurant.

Klangfarbenspiel dann auch nach der Pause, als die Organistin mit Netzer und Scheytt gemeinsam spielte. Besonders interessant das Duo Orgel und Piano. Beide Tasteninstrumente traten in einen ausgesprochen spannenden Dialog, in dem Ähnlichkeiten und Unterschiede der speziellen Klänge in abwechslungsreichen Variationen und Improvisationen hervortreten konnten.

Das Spiel der drei Musiker war so variantenreich, dass man nur hoffen kann, dass nicht wieder zwei Jahre vergehen müssen, bis Barbara Dennerlein mit ihrer historischen Orgel wieder nach Magdeburg kommt.