Vom pulsierenden New York an die ebenso nie zur Ruhe kommende Copacabana entführt "Tropicana", die neue "Holiday on Ice"-Produktion. Am Mittwochabend haben 2700 Gäste die Premiere in der ausverkauften Bördelandhalle erlebt. Es ist eine Show der farbenfrohen Bilder und Kostüme. Vom Publikum gefeiert wird das 34-köpfige Ensemble für seine Eislaufkunst – und Lou Bega für seine Songs und den Mut, sich aufs glatte Terrain zu wagen.

Von Grit Warnat

Magdeburg. Vier strahlende Eislauf-Damen helfen einem nicht minder strahlenden Lou Bega aufs Eis. Dann schmettert er seinen Superhit "Mambo Nr. 5". Das Publikum singt mit, klatscht rhythmisch. Lou Bega genießt den Beifall, er legt nach mit "Sweet like Cola", ein Titel aus seinem neuen Album "Free Again". Dann helfen ihm die Damen beim Verlassen des glatten Untergrundes. Bega hat sich auf Kufen wacker geschlagen. Für seine zwei Gastauftritte bei den Premieren in insgesamt neun deutschen Städten sowie in Wien hatte der Entertainer und Sänger extra bei Ex-Eiskunstläuferin Marina Kielmann Unterricht genommen.

Für das Ensemble ist Eislaufen seit vielen Jahren Leistungssport. An diesem Abend legt jeder zwischen sechs und acht Kilometer zurück. Von dieser Anstrengung ist kaum etwas zu spüren. Die Eisläufer nehmen das Publikum gefangen mit ihren Schritten, Bewegungen, Hebungen, Sprüngen, Pirouetten, der Luftakrobatik und den außergewöhnlichen Massen-Formationen wie dem menschlichen Rad, die der Eiskunstlauf-Fan bei keinem sportlichen Wettbewerb sehen kann. Immer wieder gibt es viel Zwischenbeifall für diese Erlebnisse, aufmunterndes Klatschen für so manch harte Landung auf dem eisigen Untergrund.

Interessante Lichteffekte und ausgefallene Kostüme setzen die Akteure auf dem Eis immer wieder neu in Szene. Die 10mal 22 Meter große LED-Wand mit 25 000 Lichtern bereichert die Show mit wunderschönen Einspielungen. Da taucht beispielsweise ein Märchenschloss auf, und in der LED-Wand öffnet sich eine Tür, aus der Damen in schneeweißen, pompösen Kleidern treten und Eisköniginnen gleich zu Barry Manilows Song "Sweet heaven" tanzen. Wenig später beherrscht ein Baum die Szenerie auf der Videowand, es ist Herbst, seine Blätter fallen, und die Eisfläche hüllt sich in warme Brauntöne. Immer wieder Bilder von New York mit Wolkenkratzern und beschaulichen Geschäften, aus denen ein kuscheliger Teddybär schaut, an die Scheibe klopft und auf die Eisfläche läuft. Kinderträume. Eine schöne Idee, nur der Tanz mit Lebkuchen-Männern und dem Weihnachtsmann ist nicht zeitlos.

Es ist ein US-amerikanisch geprägtes Programm (Regisseur und Choreograf Robin Cousins) mit Damen im Petticoat und Herren im Trenchcoat, mit Rock ’n’ Roll der 50er Jahre, Swing, und vielen Balladen zum Träumen, bei der die beiden Paarläufer und die vier Solisten vor allem Liebesgeschichten mit Eleganz und Grazie auf Kufen tanzen.

Zwischendurch gibt es auch Palmen und belebtes südamerikanisches Strandclubleben. Es geht an die Copacabana, natürlich mit dem gleichnamigen Welthit von Barry Manilow und aufreizenden Kostümen – sehr einfallsreich gestaltet auch die Hüte mit Apfelsinenscheiben und bunten Sträußen. Das Ensemble trifft sich an der Bar, man genießt das Leben. Die Szenerie holt Sonne, Strand und pure Lebensfreude ins kalte Magdeburg. Hier spürt die Eishalle den heißen Atem Brasiliens. Es ist aber nur ein Hauch dieses lebensbejahenden Gefühls in einer Show, die den Titel "Tropicana" trägt.

"Holiday on Ice" gastiert mit acht Vorstellungen bis zum Sonntag in Magdeburg.

Bilder