Von Birgit Ahlert

Magdeburg. Zehn Jahre Unheilig – am Sonnabend setzte der Graf einen sensationellen Schlusspunkt unter seine Jubiläumstournee. In der ausverkauften Bördelandhalle feierten Tausende alte und neue Fans mit ihm seinen Erfolg, vor allem jedoch seine Musik.

Bevor es dazu kam, waren zunächst zwei andere Bands zu erleben: die hierzulande recht unbekannten "The Beauty of Gemina" des Schweizers Michael Sele und die Norweger Rocker "Apoptygmna Berzerk". Vor allem letztere sorgten bereits für heiße Stimmung in der Halle, was mit einer englischen Adaption vom NDW-Song "Major Tom" einen siedenden Höhepunkt fand – lauthals begleitet aus Tausenden Kehlen.

Eingeläutet mit Hans Albers’ Reeperbahn-Lied von der "Großen Freiheit" startete es dann, das Konzerterlebnis "Große Freiheit II" von Unheilig. Unter diesem Titel hatte der Graf im vorigen Jahr seine Jubiläumstournee gestartet und musste vielerorts in größere Hallen ausweichen. Magdeburgs größte, die Bördelandhalle, war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Dazu mehr als 600000 verkaufte Alben und über 17 Wochen an der Spitze der deutschen Albumcharts – was für ein Erfolg! Ein schönes Geschenk zum Jubiläum zehn Jahre Unheilig. Was einige der neueren Fans wohl kaum glauben konnten und entsprechend verwundert reagierten (Besuchergespräch: "So lange gibt’s die schon? Ich dachte, die sind neu."). Nicht wenige kennen den Grafen erst seit Erfolgen wie "Geboren um zu leben" oder "Unter deiner Flagge". Doch darauf beschränkte sich der Konzertabend nicht, auch wenn viele neuere Stücke zu hören waren. Der Graf zog den Bogen von den Anfangsjahren mit "Sag ja" über "Astronaut" (2006 "Moderne Zeiten") bis ins Heute.

Zwischendurch verkündete er, dass er Geburtstag habe, und die Fans im Saal stimmten spontan "happy birthday" an. "Ein schöner Kanon", freute sich der Angesungene. Ob nicht doch eher der Geburtstag im übertragenen (Jubiläums)Sinne gemeint war, darf geraten werden. Denn der Graf ist einer, der sich privat verschlossen hält. Aber in seiner Musik offenbart er alles. Ohne sich zu verbiegen. Und das ist wohl das Geheimnis seines Erfolges – sich und seiner Musik treu zu bleiben, egal wie groß die Anhängerschaft ist.

Und so erinnerte er am Sonnabend an die Zeit, in der Unheilig noch ein Geheimtipp war, und bedankte sich bei allen, die ihm seitdem die Treue gehalten haben. Gab es früher Klub-Konzerte, so war die Unheilig-Crew jetzt mit 73 Leuten und drei Lkw unterwegs, hat rund 40000 Kilometer durch Deutschland hinter sich gebracht – und damit rein rechnerisch fast die Erde umrundet.

Nach fast einem Jahr Tournee feierte der Graf mit seinen Fans in Magdeburg das Finale. Anderthalb Stunden Feiern, Singen, Tanzen. Der Graf zeigte sich von seiner besten Seite, begleitet von hervorragenden Musikern. Ein prachtvoller Abend! Auch wenn jetzt erst einmal Pause ist – die nächsten Termine stehen bereits fest: Im Sommer locken Unheilig-Freiluftkonzerte. Mehr Infos unter:

www.unheilig.com