Von F.-René Braune

Magdeburg. Es gibt viele Sichtweisen auf das Leben als solches – Bernd Kurt Goetz ist eine zu wenig, deshalb spaltet er sich und seine Persönlichkeit. Wieder einmal.

"Ein Hauch von Idiotie" ist der Titel seines neuen Soloprogramms, das er gestern bei einem Pressegespräch vorzustellen versuchte. "Im ersten Teil bin ich als ich selbst Insasse einer Irrenanstalt und in meiner scheinintellektuellen philosophischen Betrachtung der Gegenwart so tief verwurzelt, dass am Ende meiner jeweiligen Interpretationen keine Pointen stehen, sondern das Zutun der Zuschauer nötig ist, um durch den individuellen Erkenntniszugewinn Heiterkeit entstehen zu lassen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass genau das passieren wird." Einfacher kann man es eigentlich nicht ausdrücken.

Er hätte auch keine Problem damit, so der Autor und Kabarettist, wenn sich die Besucher seines Programms erst ein halbes Jahr nach der Vorstellung so richtig über dieselbe freuen könnten und würden.

Aber jetzt mal wieder im Ernst: Goetz will in doppelter Hinsicht auf "dringende Bedürfnisse unseres Daseins" eingehen, das zweite Gesicht verkörpert er dabei nach der Pause in Gestalt seines im Vogtland beheimateten "Bühnenbruders" Hartmut, der sich, von einem Philosophiestudium unbehelligt, die Denkweise des einfachen Menschen bewahrt hat und in vogtländischer Mundart anschickt, die Welt auf seine Weise zu interpretieren. Für Goetz ein ideales Stilmittel, den eigenen Horizont zu überschreiten und bestimmte Dinge mit ganz anderen Augen zu sehen.

Um welche Themen es im Detail geht, wollte der Kleinkünstler gestern noch nicht verraten, nur, dass die (Un)Gerechtigkeit auf dieser Welt eine Rolle spielen würde und er sich für jede Vorstellung einen dramaturgischen Aktualisierungsspalt offen halte, der es ihm ermöglichen würde, auf das jeweilige Tagesgeschehen einzugehen. Das kann ja heiter werden …

Premiere ist am Mittwoch, 19.30 Uhr, im Magdeburger Kabarett "… nach Hengstmanns" auf dem Breiten Weg.