Das Theater der Altmark hat in Koproduktion mit dem Detmolder Sommertheater und dem Theater des Lachens Frankfurt (Oder) das Jugendbuch "Der mechanische Prinz" von Andreas Steinhöfel als Theaterstück auf die Bühne gebracht. Am Sonntag hatte die Inszenierung ihre Premiere.

Von Birgit Tyllack

Stendal. Im Zentrum des Geschehens steht Max. Die alte Marlene, die Federn für Engel sammelt, erklärt ihm zu Beginn, dass in Kindern noch beides ist – Gut und Böse. Irgendwann entscheiden sie sich für die eine oder andere Richtung. Max balanciert gefährlich am Abgrund. Er fühlt sich ungeliebt, was ihn unsäglich traurig macht. Oft schlägt diese Traurigkeit um. Dann empfindet er nur noch große Wut und Hass.

Ein goldenes Ticket, das ihm ein Bettler in der U-Bahn gibt, kann Rettung für ihn sein. Mit diesem Ticket kann er in verschiedene "Refugien" reisen, in denen er sich gewissen Aufgaben oder Erkenntnissen stellen muss. Der mechanische Prinz gibt ihm irgendwann die letzte und wichtigste Aufgabe: Max soll sein Herz finden und retten.

Viele Hindernisse und Gefahren begleiten Max’ Weg. Und es ist nicht immer klar, wer Freund oder Feind ist.

"Der mechanische Prinz" in der Bühnenfassung von Sascha Löschner ist ein Theaterstück mit Schauspielern und Puppen. In der realen Welt auf dem Bahnsteig agieren die Schauspieler, in den Refugien – eine "Wand" des Bahnsteigs wird transparent – führen diese dann die Puppen.

Ausstatter Christof von Büren hat ein wunderbares Bühnenbild und ebenso wunderbare Puppen erschaffen. Natürlich sind Puppen immer nur so gut wie diejenigen, die sie führen.

Aber auch das stimmt in dieser Inszenierung: Allen voran natürlich Björn Langhans, der den Max spielt. Kollegin Claudia Luise Bose steht ihm in nichts nach, wenn sie in die Rolle der Tanita (reale Welt) schlüpft oder im Refugium die Puppe Sprudel mit Leben erfüllt. Dirk Löschner führt in dieser Inszenierung nicht nur Regie, sondern auch zwei Puppen-Charaktere. Außerdem ist er der Bettler, der Max das goldene Ticket schenkt.

Ensemble-Mitglied Claudia Lüftenegger ist "nur" in der realen Welt zu erleben: zunächst als wunderliche Marlene, später als patente Currywurst-Buden-Betreiberin.

"Der mechanische Prinz" ist eine spannende und faszinierende Geschichte darüber, was in vielen Jugendlichen vor sich geht und was sie manchmal zum Explodieren bringt. Die Stendaler Aufführung ist absolut sehenswert. Für alle Jugendlichen und Junggebliebenen ab acht Jahren.