Weimar (dpa). "Franz Liszt. Ein Europäer in Thüringen" – unter diesem Motto feiert Thüringen in diesem Jahr den 200. Geburtstag des herausragenden Pianisten, Komponisten, Pädagogen und Musikerneuerers.

"Franz Liszt gilt als Inbegriff des Virtuosen, als Europäer, ja Weltenbürger im Goetheschen Sinne", hat Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) dem kulturellen Themenjahr mitgegeben.

Mit mehr als 200 Konzerten, Ausstellungen, Lesungen und Wettbewerben soll diese Weltoffenheit im Sinne Liszts quer durch Thüringen erlebbar sein und der Meister als "Zeitgenosse" entdeckt werden.

"Lebenslinien" heißt das Eröffnungskonzert am 15. Februar, bei dem der Pianist Alfred Brendel die Festansprache halten wird. Die Staatskapelle Weimar – einziges Orchester, das Liszt als Chefdirigent jemals geleitet hat – spielt unter anderem seine Sinfonische Dichtung "Prometheus". Franz Liszt verhalf der kleinen Thüringer Residenzstadt nach Goethe zu neuer kultureller Blüte und machte sie zu einem Zentrum des Musiklebens weit über Deutschland hinaus. Drei Jahrzehnte lebte er in Weimar und schrieb dort seine wichtigsten Werke.

Eine Landesausstellung in Weimar wird vom 24. Juni bis 31. Oktober die europäische Dimension des Denkens und Wirkens von Liszt und seine in Weimar verwirklichten Kunst- objekte beleuchten.

Das restaurierte Liszt-Haus öffnet wieder und eine neue Franz-Liszt-Gedächtnisorgel wird eingeweiht. Auch in europäischen Lebensstationen wie Raiding (Österreich), Budapest, Bayreuth, Luzern und Rom wird 2011 des Visionärs gedacht.