Berlin (dpa). Äußerlich ist Harry Belafonte deutlich älter geworden, aber von seiner Leidenschaft als Weltverbesserer hat der fast 84-Jährige nichts eingebüßt. Auf der Berlinale sagte der Sänger und Schauspieler am Sonnabend in Berlin: "Immer, wenn etwas repariert ist, stehen wir am nächsten Tag auf und sehen, da muss schon wieder etwas gemacht werden."

Gestern sollte der Dokumentarfilm "Sing your Song" der US-amerikanischen Regisseurin Susanne Rostock über sein Leben in der Sparte "Berlinale Spezial" erstmals offizell gezeigt werden.

Dass er ihn ausgerechnet in Berlin vorstellen könne, freue ihn wahnsinnig. "Ich habe mir gewünscht, dass er das erste Mal in Berlin gezeigt wird", sagte Belafonte und verriet, dass er eigentlich gegen den Film war. Er habe befürchtet, er könne aussehen "wie ein riesiger Ego-Trip". Aber seine Tochter Gina, die auf der Berlinale an seiner Seite ist, habe ihn dazu gedrängt. Die 49-Jährige gehört zu den Produzenten des Films.

Für seinen Präsidenten hat Belafonte viel Lob, aber auch etwas Kritik. "Barack Obama ist sicher einer der intelligentesten Präsidenten, den wir seit langem haben", sagte Belafonte. Auch mit Blick auf soziale Probleme in seinem Land fügte er hinzu: "Er lernt. Ich glaube, vielleicht lernt er etwas zu langsam. Aber er lernt."