Leitzkau (dpa). Die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt hat für Baumaßnahmen an ihren 16 Liegenschaften in diesem Jahr rund 6,8 Millionen Euro zur Verfügung. Das ist rund eine Million Euro weniger als 2010, sagte Stiftungsvorstand Boje Schmuhl in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Leitzkau (Jerichower Land). "Das hängt mit Projekten zusammen, die über mehrere Jahre laufen." Beispielsweise werde seit dem vergangenen Jahr am Magdeburger Dom das Westwerk samt Türmen saniert.

"Das ist unser größtes Bauprojekt, das wir derzeit haben", sagte Schmuhl. 5,6 Millionen Euro seien für die bis 2012 geplanten Arbeiten vorgesehen. "Der Fahrplan hat sich ein wenig nach hinten verschoben. Das ist der frühen Frostperiode geschuldet", sagte Schmuhl. Bis der Frost vorüber sei, könne nicht gearbeitet werden.

"Der Dom ist eine ständige Baustelle. Vor allem geht es um die Steinsanierung." Gerade, wenn der Taupunkt erreicht werde, löse sich Gestein wie bei einer Sprengung. Die Steine müssten saniert, konserviert und Fugen erneuert werden. Metallteile würden entfernt. "Gerade der Rost ist Schädling Nummer eins. Das Volumen des Eisens verdoppelt, verdreifacht sich und sprengt den Stein wie Dynamit." Neuer Edelstahl werde eingesetzt.

Neben den Steinquadern nehmen die Experten auch die Bauzier wie die Skulpturen in den Blick. "Uns geht es darum, das Gesamterscheinungsbild des Domes halbwegs als Einheit zu sehen. Dabei geht es nicht darum, den Dom hübsch zu machen, sondern darum, das Gesamtbild so zu gestalten, dass man eigentlich gar nicht erkennt, dass man etwas gemacht hat." Derzeit werde diskutiert, wie weit die rund 20 Skulpturen aufgehellt werden sollen. Am Dom in Halberstadt sei das schon geschehen, allerdings handele es sich dort um Kalkstein, in Magdeburg um Sandstein.