Dargow (wb). Ein Bubenstück der besonderen Art hat den 1938 in Löbau geborenen Konrad Kujau berühmt gemacht. Nach abgebrochenem Studium an der Kunstakademie Dresden, Karikaturen in der "Jungen Welt" und seiner Übersiedelung in den Westen schlägt er sich dort unter dem Namen Konrad Fischer als Militaria-Händler und Verkäufer von Weltkriegs-Schlachtengemälden durch. Diese Bilder, so erklärt er dem Abnehmer, stammten von einem vergessenen Künstler der Nazizeit – in Wahrheit von ihm selbst. Doch erst als Kujau beginnt, Schriftstücke der Naziführung zu fälschen, kommt Schwung in seinen Handel. Artikelmanuskripte, Befehle und gar Gedichte aus der Feder des Führers finden reißend Absatz. Und als ein "Stern"-Reporter von echten Hitler-Tagebüchern erfährt, wittern die Chefs der Hamburger Illustrierten die ganz große Story. Die allerdings entwickelt sich zur größten Blamage der deutschen Presse.

Die Geschichte des gewitzten Sachsen hat das Label campfire-media mit Liebe zum Detail aufgeschrieben und lässt sie von Andreas Fröhlich mit dem passenden schelmischen Unterton erzählen. Ein starkes Stück.