London (dpa). Er galt als einer der besten Gitarristen seiner Zeit. Jetzt ist der letzte Akkord verklungen. Gary Moore, bekannt geworden durch seine Arbeit mit der irischen Rockgruppe Thin Lizzy, starb im Alter von 58 Jahren im Zimmer eines Luxushotels in seinem spanischen Urlaubsort an der Costa del Sol, wie der Sender Sky News am Sonntag unter Berufung auf Moores Management berichtete.

Über die Ursache für den frühen Tod des Gitarren-Genies wurde zunächst nichts bekannt. Gary Moore sei jedoch nicht wie viele seiner Kollegen ein Opfer des Rock ’n’ Roller-Lebens mit viel Alkohol und Drogen geworden, hieß es aus seinem Umfeld. "Er war ein gesunder Kerl", sagte sein Kollege Eric Bell der BBC.

Moores Kollege und langjähriger Mitstreiter Brian Downey reagierte geschockt. "Ich kann noch nicht glauben, dass er nicht mehr da ist", sagte er. Moores Nachfolger als Thin-Lizzy-Gitarrist, Scott Gorham, sagte: "Es war eine Ehre, mit ihm auf der Bühne gestanden zu haben." Moore stammte aus Belfast in Nordirland. Er war zuletzt als Sänger und Solo-Gitarrist erfolgreich und mehrmals auch auf Deutschland-Tournee.

Besser bekannt war er vielen Musikfans aber als Mitglied der irischen Rockgruppe Thin Lizzy (nicht zu verwechseln mit der US-Band Tin Lizzy) die er mehrmals verlassen hatte, zu der er aber mehrmals auch wieder zurückkehrte.

Gary Moore arbeitete schon 1969, im Alter von erst 16 Jahren, mit Thin-Lizzy-Frontmann Phil Lynott zusammen. 1972 gründete Moore seine eigene Band und sang auch. Deren einziges Album "Grinding Stone" – im Jahr 1973 veröffentlicht – wurde jedoch kein Erfolg und Moore kehrte – zumindest für kurze Zeit – zu Lynott und Thin Lizzy ("The Boys are Back in Town", "Whiskey in the Jar") zurück. In den Jahren danach arbeitete er dann viel als Studiomusiker.

Während seiner Solokarriere wechselte der frühere Hardrock-Gitarrist mehrmals die Stilrichtung. Zunächst kehrte er zu seinen Blues-Wurzeln zurück, ehe er Ende der 90er Jahre viele Drum’n’Bass-Rhythmen spielte.