Magdeburg (ddp). Sommertheater unter freiem Himmel oder an ungewöhnlichen Orten in Sachsen-Anhalt haben in den Kulturkalendern der Städte ihren festen Platz gefunden. In den vergangenen 20 Jahren habe sich dafür eine regelrechte Szene entwickelt, sagte die Generalintendantin des Theaters Magdeburg, Karen Stone, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp.

Vielfach seien die Vorstellungen der traditionellen Bühnen oder extra dafür zusammengestellter Ensembles zum Anziehungspunkt für Touristen geworden. Die Angebote in Oper und Schauspiel, bei Konzerten, Musical oder Operette hätten sich längst über die Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf erworben, schätzte sie ein.

Stone zeigte sich über diese Entwicklung zufrieden. Sie lobte das Engagement, mit dem in Sachsen-Anhalt die Theater "sehr offen auf ihr Publikum zugingen", um den seit der Wende drastisch gesunkenen Zuschauerzahlen entgegenzuwirken. Dadurch würden Projekte wie das Musical "Evita" auf dem Magdeburger Domplatz erst möglich.

Sommerliche Vorstellungen hätten sich als Chance erwiesen, Hemmschwellen im Kontakt mit der Kultur abzubauen, erklärte die Generalintendantin. Frei von Zwängen und in entspannter Atmosphäre komme auf diese Weise auch neues Publikum ins Theater. Mancher entdecke den Reiz von Schauspiel- und Musiktheaterinszenierungen wieder oder neu. Das könne auf Dauer helfen, die Zuschauersäle auch während des übrigen Jahres besser zu füllen und auf das Theater ganz allgemein aufmerksam zu machen.