Cannes (dpa). Verlorene Seelen waren das Thema der Filme am ersten Wettbewerbstag der 63. Filmfestspiele in Cannes. Der Chinese Wang Xiaoshuai stellte gestern "Chongqing Blues" vor. Darin erzählt er von einem Vater, der Spuren seines von ihm vor Jahren verlassenen und nun toten Sohnes sucht. In Mathieu Amalrics "Tournée" geht es um einen gescheiterten französischen Fernsehproduzenten, der sein Glück in der alten Heimat sucht. Und selbst in dem Eröffnungsfilm "Robin Hood" mit Russell Crowe und Cate Blanchett, der am Mittwochabend Premiere feierte, begibt sich der englische Volksheld auf die Suche nach seinen Wurzeln.

Jury-Präsident Tim Burton hatte zur Eröffnung das Motto der 63. Filmfestspiele ausgegeben: Sie seien offen für alle Filme. "Wir in der Jury sind in keiner Weise voreingenommen", sagte der Regisseur ("Alice im Wunderland"). "Es gibt nichts, wonach wir speziell suchen", auch nicht nach politischen Themen. "Wir wollen Filme, die uns berühren."

Bis zum 23. Mai konkurrieren 19 Filme um die Goldene Palme. Die meisten Beiträge stammen aus nichteuropäischen Ländern, nur ein Film kommt aus den USA.