Berlin (epd). Die Akademie der Künste in Berlin eröffnet am 25. Mai das Archiv des 2005 verstorbenen Brecht-Schwiegersohns Ekkehard Schall. Die Sammlung des Schauspielers besteche "durch eine außerordentliche Materialdichte", teilte die Akademie gestern in Berlin mit.

Sie umfasse neben 40 laufenden Regalmetern Unterlagen auch Bühnenkostüme und Requisiten, künstlerische Darstellungen Schalls sowie ein umfangreiches Ton- und Filmarchiv.

Das Archiv ist eine Schenkung der Brecht-Tochter Barbara Brecht-Schall. Der 1930 in Magdeburg geborene Schall wurde bereits 1954 von Bertolt Brecht an das Berliner Ensemble geholt, dem er bis 1990 angehörte. In dieser Zeit verkörperte er an der traditionsreichen Spielstätte mehr als 60 Rollen und spielte sich durch das ganze Brecht-Repertoire zumeist in Hauptrollen. Mehr als 500 Mal war er der Arturo Ui. Neben seinem Schauspielberuf war Schall, der im September 2005 mit 75 Jahren starb, auch literarisch tätig.

Das Schall-Archiv bedeute eine wesentliche Bereicherung der Archivbestände der Akademie zu Bertolt Brecht und zur Geschichte des Berliner Ensembles, so die Akademie. Zu den weiteren Beständen gehören neben dem Brecht- und Helene-Weigel-Archiv auch persönliche Unterlagen unter anderem von Benno Besson, Erwin Geschonneck, Ernst Busch oder Ruth Berghaus.