Am 4. Juni wird die neue Musicalproduktion des Theaters Magdeburg, "Evita" von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice, auf dem Domplatz Premiere haben. Der Bühnenaufbau ist bereits fertiggestellt, so dass die Proben am Aufführungsort beginnen können. Es wird bis 26. Juni insgesamt 20 Vorstellungen geben.

Von Liane Bornholdt

Magdeburg. Der Regisseur der neuen Musicalproduktion des Theaters Magdeburg Matthias Davids stellte sein Regiekonzept auf dem Domplatz vor. Er habe, sagte er, zahlreiche Musicals gesehen, und er hat auch schon selbst in verschiedenen Musicals mitgewirkt und über 50 Opern, Musicals, Revuen und Schauspiele inszeniert, darunter "Saturday Night Fever", "Dracula", "West Side Story" und viele andere. "Evita" aber, so bekannte er, habe er noch niemals inszeniert, ja selbst auf der Bühne noch nicht gesehen, ein Glücksfall, wie er findet, denn er könne sich so ohne alle Vorurteile oder Interpretationsschablonen dem Werk zuwenden.

Zum Regieteam gehören der Bühnenbildner und Ausstatter Knut Hetzer sowie die Kostümbildnerin Judith Peter, und die musikalische Leitung übernimmt – wie bei früheren Magdeburger Musicalproduktionen – Rainer Roos.

Andrew Lloyd Webber habe, so erläuterte der Regisseur, sich gemeinsam mit seinem Librettisten Tim Rice 1975, nachdem beide mit "Jesus Christ Superstar" äußerst erfolgreich waren, dem Thema zugewandt. Das Leben der Maria Eva Duarte de Perón, zweite Gattin des Juan Perón, verlief äußerst schillernd. Sie stammte aus sehr bescheidenen Verhältnissen und wurde zur nationalen Ikone.

Nach einem Militärputsch 1955 sollte die Erinnerung an Peróns Präsidentschaft und natürlich auch an die Volksheldin Evita ausgelöscht werden, bis 1973 eine zweite Perónistische Regierungszeit begann und damit auch die Legenden um Evita wieder auflebten. 1975 reisten Webber und Rice nach Argentinien.

Der Texter war völlig fasziniert von der Figur, während Webber sie eher kritisch sah. Bis 1978 arbeiteten beide an dem Musical und im Ergebnis wurde die Figur des Ché Guevara eingeführt, und die widersprüchliche Sicht auf die Heldin floss in das Musical ein. In Wirklichkeit haben sich Evita und Ché niemals persönlich getroffen.

Bühnen-Säulen als Symbole der Macht

Auf dem Magdeburger Dom- platz werden die Zuschauer das Musical auf einer sehr eindrucksvollen großen Bühne erleben, die allerdings recht abstrakt aus einem großen Bühnendreieck und einer mächtigen Säulenreihe besteht, Symbole der Macht, die den Blick auf die lokalen Machtzentren – Landtag und Staatskanzlei – freigibt.

Auf der Bühne, so der Bühnenbildner, wird es auch eine Wippe geben, die Oben und Unten symbolisiert und die mächtigen Säulen können auch einstürzen.

Für die drei Hauptrollen wurden bekannte Musicaldarsteller gewonnen. Simone Geyer, die jüngst in Berlin und Zürich die Elisabeth darstellte, wird die Evita verkörpern, Drew Sarich, er spielte zuletzt Jean Valjean aus "Les Miserables" in London, wird als Ché zu erleben sein und Ethan Freeman, auch er bekannt aus "Die Schöne und das Biest" in Wien, spielt Juan Perón.

Unter den kleineren Rollen dürfte vor allem der Tangosänger interessant sein. Er wird von dem Magdeburger Iago Ramos gesungen, der die Tangos in seiner Muttersprache singen wird.

Karten gibt es noch einige, vor allem für die Vorstellungen montags bis donnerstags (Theaterkasse (0391) 540 65 55 oder kasse@theater-magdeburg.de).