Cannes (dpa). Gab es im Irak Nuklearwaffen? Wie weit ging die US-Regierung, um ihre möglichen Lügen in diesem Zusammenhang zu vertuschen? Diesem Themenkomplex nähert sich Regisseur Doug Liman ("Mr. und Mrs. Smith", "Die Bourne Identität") in seinem aktuellen Thriller "Fair Game", den er gestern im Wettbewerb der 63. Filmfestspiele in Cannes vorstellte. Naomi Watts spielt darin die CIA-Agentin Valerie Plame, deren geheime Identität aus politischen Kreisen kurz nach Beginn des Irakkrieges preisgegeben wird – um ihren kritischen Ehemann Joe Wilson (Sean Penn) ruhig zu stellen. Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit.

"Ich versuche schon seit langem, Filme zu machen, die unterhaltsam und bedeutungsvoll zugleich sind", sagte Liman auf der Pressekonferenz. "Mir ist es aber noch nie so gut gelungen wie mit ,Fair Game‘." Einen politischen Ansporn habe er bei der Aufdeckung des Verrats allerdings nicht gehabt. "Der Film soll lediglich eine Geschichte erzählen über Dinge, die passiert sind.

"Fair Game", was auf Deutsch etwa so viel heißt wie "Freiwild" oder "Zum Abschuss freigegeben", nimmt sich zu Beginn viel Zeit, die CIA-Nachforschungen zu dem angeblichen Atomprogramm des Irak nachzustellen. Valerie und ihre Kollegen versuchen zu klären, ob es diese Pläne und Waffen tatsächlich gibt. Sie finden zwar keine eindeutigen Beweise, doch ihre Zweifel werden vom Weißen Haus ignoriert. Stattdessen werden den Medien Informationen zugespielt, die die vom Irak ausgehende Gefahr belegen sollen.