Weimar ( dpa ). Wortbilder wie Schäferhund und Lampenschirm verweisen im Goethe-Nationalmuseum auf die dunkle Seite Weimarer Geschichte – das Konzentrationslager Buchenwald. Die in dieser Woche eröffnete Ausstellung " Drüber und Drunter " des Künstlers Klaus Steinke verbindet auf ungewohnte Sehweise deutsche Literatur mit den Gräueltaten in Konzentrationslagern wie Auschwitz und Buchenwald.

" Wir haben zu akzeptieren, dass das, was sich Barbarei nennt, sich auch Mitten im Zentrum der Kultur vollziehen kann ", sagte Volkhard Knigge, Direktor der KZ-Gedenkstätte Buchenwald.

Die Schau ist Auftakt für die Gedenkwoche 65 Jahre Befreiung KZ Buchenwald, zu der rund 150 ehemalige Häftlinge und US-Veteranen erwartet werden.

Bis zum 30. Mai wolle die Ausstellung zeitgleich in Weimar, Erfurt, Jena und Altenburg jenseits von Stereotypen und Klischees diese Verbindung von Humanismus und Barbarei aufzeigen.

Das Konzentrationslager Buchenwald mit seinen Außenlagern war im April vor 65 Jahren von der US-Armee befreit worden. Unter den 21 000 überlebenden Häftlingen waren 904 Kinder und Jugendliche. Die Gedenkfeier, zu der etwa 150 ehemalige Häftlinge und Veteranen erwartet werden, ist am morgigen Sonntag in der Gedenkstätte Buchenwald geplant.