Es war Editha, die vor mehr als 1000 Jahren gestorbene Frau von Otto I ., die Caroline Vongries und Manfred Cuno zusammengeführt hatte. Die Volksstimme-Redakteurin schrieb über die starke Frau an Ottos Seite, der Firmenchef brachte ihre Recherchen als Buch in seinem QuadratArt-Verlag heraus. Beide werden heute mit dem Romanikpreis 2009 geehrt.

fühlte sich aber sofort hingezogen zu dieser Frau, die so viel zu tun hatte mit der Stadtgründung Magdeburgs, mit den Wurzeln des damaligen Reiches.

Und so tauchte sie ein in das Leben der Editha, lernte sie als starke, aktive, intelligente, verantwortungsvolle, sozial engagierte, mutige Frau an Ottos Seite kennen. " Ich habe mich immer wieder gefragt, warum über diese außergewöhnliche Frau so wenig in den Geschichtsbüchern zu finden ist, sie selbst für Fachleute so geheimnisvoll blieb. " Vongries bohrte nach, verstärkte ihre Recherchen, als die Gebeine von Editha gefunden wurden. Sie wollte diese Frau entdecken. Ihr journalistisches Gespür half ihr. Seit 25 Jahren arbeitet sie als Journalistin, seit 2007 ist sie Redakteurin der Volksstimme.

Magdeburg / Calbe. Edithas Gebeine waren noch nicht gefunden, es gab noch keine Magdeburger Empörung über den " Raub " der Gebeine nach Halle, noch keine Freude über Edithas Wiederkehr, als Caroline Vongries das erste Mal im Magdeburger Dom am Sarkophag der Königin stand. 1999 war das, erinnert sie sich, kurz vor ihrem Umzug von Berlin nach Sachsen-Anhalt, und sie weiß noch ganz genau, wie ihr Töchterchen Hannah sie gefragt hat, warum da die Editha nicht drin ist.

Das Grab war damals noch ein Scheingrab. Editha umgab ein großes Geheimnis. " Auch ich kannte sie nicht ", sagt die gebürtige Aschaffenburgerin,

Wenn Vongries heute von Editha spricht, sprudelt es aus ihr heraus. In den Worten steckt Begeisterung und Achtung, Erstaunen und Faszination. Man spürt, dass sie seit diesem Dombesuch vor mehr als zehn Jahren nicht mehr loskam von Editha. Das sei wie ein Sog gewesen. " Sie wurde für mich immer mehr eine reale Person. "

Vongries schrieb auf, fasste zusammen, verwarf auch, wurde immer wieder ermutigt von Ingrid von Krosigk, der Stiftungspräsidentin vom Schloss Hohenerxleben.

Entstanden waren neun Beiträge, die als Serie im März und April 2009 in der Volksstimme veröffentlicht worden waren. Fast ein Jahr später kann sie die überarbeiteten, weiterführenden Beiträge zwischen zwei Buchdeckeln in den Händen halten. Sie nennt das ein schönes Gefühl und einen erfüllten Traum.

Möglich machte den Manfred Cuno, Firmenchef des Grafischen Centrums Calbe. Das Unternehmen liegt nur wenige Kilometer Luftlinie vom Hohenerxlebener Zuhause der Caroline Vongries entfernt. Doch es ist wohl nicht die räumliche Nähe, die beide verbindet, sondern eher diese Begeisterung, dieses ehrliche Schwärmen für die reiche Geschichte dieses Bundeslandes.

Cuno hatte gerade die Grundsteinlegung seines Betriebes hinter sich, da erlebte er die Gründung der Straße der Romanik mit. " Damals haben viele das skeptisch beschaut. Heute ist die Straße der Romanik eine großartige Geschichte ", sagt Manfred Cuno voller Überzeugung und fügt sofort an : " Wir wollen dieses Projekt unterstützen. Und wir wollen Wissen darum dauerhaft konservieren. "

Bücher stapeln sich in Regalen in seinem Büro. Immer wieder Magdeburg und Sachsen-Anhalt, hier ein Erzbischof, da Burgen und Schlösser. Die Druckerei ist die eine Seite, sagt er. Die andere, wichtige, eine langjährige Zusammenarbeit mit vielen Partnern, dem Museum Magdeburg beispielsweise, dem Tourismusverband, Landesmarketing ...

Im vergangenen Jahr gründete der Unternehmer auch noch einen kleinen Verlag. Das zur " Aufbruch in die Gotik " - Schau angebotene Kinderbuch " Mattis und das Wunder der Spitzbögen " hatte zum ersten Mal den Verweis : QuadratArt-Verlag. Es folgte die Editha-Publikation.

Und schon hat Manfred Cuno das neueste " Kind " in den Händen : Einen Schuber mit zwei Büchlein, die Nordund die Südroute der Straße der Romanik, und dazwischen eine CD des Rossini-Quartetts. " Als Geschenk. Als Mitbringsel. Wir müssen zeigen, was wir haben. " Und " unsere Editha " gehöre dazu.

Wie bei Vongries sprudelt es auch aus Cuno heraus. Er erzählt von " Otto - Imperator ", der nächsten großen Mittelalterschau des Kulturhistorischen Museums Magdeburg. " Da muss wieder ein Kinderbuch angeboten werden. " Cuno will es machen.

Dann geht er an seinen Schreibtisch. Seine eigentliche Arbeit wartet.

Caroline Vongries arbeitet in der Lokalredaktion Schönebeck, die sie leitet, an einem Beitrag. Es geht um Lokalpolitik, nicht um Editha.

Es müssen wohl Seelenverwandte sein, die heute gemeinsam die Goldmedaille des Romanikpreises erhalten.