Hamburg ( dpa ). Die Filmund Theaterschauspielerin Gisela Trowe ist tot. Nach Angaben der Schauspieleragentur Regine Schmitz starb sie bereits am 5. April im Alter von 87 Jahren. " Sie ist friedlich eingeschlafen ", sagte Schmitz in Hamburg. Bekannt wurde die in Dortmund geborene Schauspielerin zunächst durch zahlreiche Rollen an verschiedenen Theatern in Berlin, Hamburg, Wien, München und Bremen. Später trat sie in zahlreichen Fernsehserien wie " In aller Freundschaft " ( ARD ) oder " Der Landarzt " ( ZDF ) auf. Zuletzt war sie zudem auf der Leinwand in " Liebe Mauer " sowie in dem ARD-Film " Der Duft von Holunder " zu sehen.

Das Wichtigste für ihren Beruf seien Neugierde und Hingabe, hat die Schauspielerin, die zuletzt in Hamburg lebte, einmal gesagt. Sie bewies das durch die Vielfalt und Qualität ihrer künstlerischen Aktivitäten – auf der Kinoleinwand etwa im Film " Kalt ist der Abendhauch " neben Heinz Bennent und Fritzi Haberlandt oder in der Fernsehkomödie " Liebe ist die halbe Miete ". Schon früh war Trowes wandlungsfähige Stimme hoch im Kurs. So synchronisierte sie Stars wie Danielle Darieux, Michele Morgan und Gina Lollobrigida. Über die ebenfalls von ihr synchronisierte Italienerin Silvana Mangano sagte die Künstlerin einst : " Die hat so viel Busen wie ich Stimme. "

In der fünfteiligen ZDF-Reihe " Die Bertinis " ( 1988 ) nach dem Roman von Ralph Giordano spielte Trowe mit großem Erfolg die jüdische Großmutter Recha Lehmberg. Ihre Theaterlaufbahn jedoch begann schon mitten im Zweiten Weltkrieg. 1942 debütierte die am 5. September 1922 geborene Trowe am Reußischen Theater zu Gera als Franziska in Lessings " Minna von Barnhelm ".

Zum Film kam Trowe 1947. Dort machte sich die zierliche Schauspielerin rasch einen Namen. Sie spielte in zahlreichen Produktionen mit, 1948 in " Straßenbekanntschaften ",

1953 in " Mit 17 beginnt das Leben " und 1960 in " Das hab ‘ ich in Paris gelernt ".

Seit den 50 er Jahren wurde die aparte, rothaarige Schauspielerin auch im Fernsehen bekannt. Dort sah man sie unter anderem in den Filmen " Der Weg ist dunkel " ( 1956 ), " Dr. Murkes gesammelte Nachrufe " ( 1965 ), " Die Ratten " ( 1969 ) und " Der Richter von Zalamea " ( 1968 ), später dann als Zimmerwirtin Pia Kleinholz in " Unser Lehrer Doktor Specht " ( 1992-96 ).

1970 zog Trowe von Berlin nach Hamburg um. Von dem Regisseur Thomas Engel, den sie 1944 geheiratet hatte, wurde sie 1964 geschieden. Zu ihrem 80. Geburtstag erhielt die Mutter zweier Töchter vom Senat der Hansestadt Hamburg die " Senator-Biermann-Ratjen-Medaille ".