München ( dpa ). Johannes Thomasson ist knapp 80 und lebt allein. Seine Tochter Maja ist schon vor langer Zeit an Krebs gestorben, seine Frau Siri dann 1994 beim Untergang der " Estonia " in der Ostsee ertrunken. Wie Thomasson mit der allgegenwärtigen Trauer still vor sich hinlebt, wie er durch Zufälle in neue Kontakte buchstäblich hineinstolpert – der finnischschwedische Autor Robert Åsbacka erzählt es in " Das zerbrechliche Leben " auf stille und bizarre Weise.

" Der Orgelbauer " heißt das Buch im schwedischen Original, weil Thomasson für seine Frau, die Kirchenorganistin war, in der eigenen Wohnung eine Orgel gebaut hat. Aufgebaut hat Åsbacka seinen Roman wie der Komponist Dietrich Buxtehude seinen Zyklus " Jesus nostri " aus sieben Passions-Kantaten. Gern liest man über die unauffälligen Alltagscharaktere in diesem Roman mit seiner speziellen Mischung aus Melancholie und Witz.