(Köln dpa ). Hugo Egon Balder liebt Kalauer. Auf die Frage, ob es nicht langsam Zeit für ihn wird, dem Fernsehen adé zu sagen, antwortet er : " Die Sache mit dem Alter bei mir ist, dass ich mich nicht wie 60 fühle. " Sondern ? " Wie 59. " Haha. Sein Geburtstag ist am Montag ( 22. März ). Gut, wie 60 sieht er vielleicht wirklich nicht aus, jedenfalls ist die Aufmachung nicht altersgerecht.

Mit schwarzer Bomberjacke und blaugetönter Sonnenbrille sitzt er betont lässig da und redet mit Keksen im Mund über seine Kalauer. " Ich verstelle mich nicht. Ich bin privat genauso wie im Fernsehen. " Und Witze sind eben seine große Leidenschaft. " Ich liebe Kalauer. Wie Heinz Erhardt. " Nein, dass seine Witze wesentlich schlechter sind als die von Heinz Erhardt, hat ihm bisher noch niemand gesagt. Höchstens, dass er sie schon 600 Mal erzählt hat. Immerhin : Balder kann einstecken. Man kann ihm ruhig sagen, dass man seine Art von Humor nicht mag – er reagiert nicht beleidigt. " Das interessiert mich nicht ", sagt er höchstens.

Es macht ihm auch nichts aus, noch immer auf seine " Tutti-Frutti " -Show aus den Anfangstagen von RTL angesprochen zu werden : " Da stehe ich zu. Das war ein großer Spaß. " Seine Philosophie lautet einfach : " Flops sind die Regel. Wenn man dann irgendetwas macht, was gut läuft, dann ist es umso besser. "

Dabei hat Balder durchaus mal was Seriöses gemacht. Vor seiner Fernsehkarriere war er Schauspieler am Berliner Schillertheater. Aber er empfand es als Last, täglich erscheinen zu müssen, um zu erfahren, wie der Spielplan aussah. " Das war ein richtiges Beamtenhaus. "

Vorübergehend versuchte er sich als Kabarettist an der Seite von Harald Schmidt am Düsseldorfer Kom ( m ) ödchen. Dann probierte er es mit Radio, und schließlich kam er zum Fernsehen.

" Wir sind doch alle nur Dienstleister "

Da gefiel es ihm besser : Erstmal gibt es da längere Pausen, und sobald man einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat, ist man als Moderator " sein eigener Herr ".

Balder will sich nicht in eine Berufssparte pferchen lassen. Er sieht sich nicht nur als Moderator, sondern auch als Musiker und Produzent. " Ich bin immer das, was ich gerade mache. " Momentan ist er Moderator der Comedians in " Genial daneben ", aber er bringt auch eine CD raus. Und hat er nicht neulich auch ein Buch geschrieben ? Ja, genau. Und, war’s ein Erfolg ? " Weiß ich nicht, ist mir auch heute egal, da ich nie nach hinten schaue. "

Balder ist dankbar für sein angenehmes Leben und nimmt den Rest nicht so wichtig. Dass er für viele der Plattitüden-König ist – ihn stört’s nicht. " Wir sind im Fernsehen doch alle nur Dienstleister ", meint er. " Man darf das nicht so ernst nehmen. " Ein Fehler im Fernsehen sei zum Glück lange nicht so schlimm wie bei einem Piloten oder Arzt. Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen : Ans Aufhören denkt er vorläufig nicht. " So lange bei McDonald’s noch die 16-Jährigen mit mir ein Foto machen wollen, geht es noch. "