Prominenz aus Politik und Wirtschaft, Künstler des Theaters, Vertreter der Medien und Bürger der Landeshauptstadt bilden bereits zum 15. Mal im gut gefüllten Opernhaus das Publikum einer Gala zu Ehren von Theaterschaffenden. Diesmal aber verleiht der Förderverein Theater Magdeburg nicht nur seine drei – nunmehr traditionellen – Förderpreise für junge Künstler, sondern legt einen Sonderpreis auf.

Magdeburg. Wie in jedem Jahr präsentiert sich der Verein dabei ganz anschaulich als Moderator zwischen Kunst, Politik und Wirtschaft: Die Förderpreisträger – Schauspielerin Katharina Brankatschk, Tänzerin Anastasia Gavrilenkova und Sängerin Lucia Cervoni – erhalten nämlich ihre Würdigung aus den Händen von Oberbürgermeister Lutz Trümper, vom Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse, Horst Eckert, und dem Geschäftführer der Kies- und Baustoffwerk Claus Heidecke.

Wie in jedem Jahr gibt es Grußworte. Die neue Generalintendantin Karen Stone eröffnet den Reigen mit einem charmanten Dank an den Förderverein. Hermann Onko Aeikens, Minister für Landwirtschaft und Umwelt, würdigt das Theater als Demokratiefaktor. Zum neunten Mal dabei ist Oberbürgermeister Lutz Trümper, der beredt die Vorteile auflistet, wenn das Theater in Personal und Wirkung international daherkommt: Magdeburg rüstet sich, einer globalisierten Welt in Augenhöhe zu begegnen.

Dann ergreift Beatrix Franzkowiak, die Vorsitzende des Fördervereins, das Wort. Herzlich ihr Dank an die Sponsoren, aufrichtig ihr Versprechen im Namen der Vereinsmitglieder, das Theater auch weiterhin mit allen Kräften zu unterstützen, nachdrücklich und besorgt die Mahnung (wohl angesichts der Situation in Dessau), allen Landes- und Kommunalpolitikern ins Stammbuch, dass Theater langfristige Sicherung brauche und dies für die Zukunft einer Landeshauptstadt unverzichtbar sei. Doch in erster Linie verkündet sie vier erfreuliche Botschaften: Es gibt mehr Sponsoren. (Und das in der Wirtschaftskrise!) Der Verein unterstützt den Jugendclub mit 500 Euro und auch das Praktikantenprojekt von Ballettdirektor Galguera.

Erstmals lobt der Förderverein einen Freundespreis aus. Die Preisträgerin heißt Ute Bachmaier. Stürmischer Applaus bestätigt, dass hier die richtige Wahl getroffen wurde.

Die weiteren Heldinnen sind natürlich die Empfängerinnen des Förderpreises. Vorgestellt werden sie alle jeweils mit einem einfühlsamen Filmporträt (Christian Poewe) und im Spiegel der Laudatio. Ambitioniert und kenntnisreich würdigen die Laudatoren, diesmal ausschließlich Mitglieder des Fördervereins, die Ausgezeichneten. Die ganz unterschiedliche Herangehensweise von Pia Heim, Gabriele Theren und Georg Banderau verleiht den Lobpreisungen einen jeweils eigenen Reiz. Die Preisträger vergelten die Würdigung mit einer künstlerischen Sequenz in ihrer jeweiligen Profession.

Ute Bachmaier dankt mit der Wahnsinnsszene der Ophélie aus "Hamlet" von Ambroise Thomas, Lucia Cervoni mit einer Arie aus "Samson et Dalila" von Camille Saint-Saëns. Jovan Mitic begleitet beide am Klavier. Anastasia Gavrilenkova tanzt aus dem Ballett "Don Quichotte" von Marius Petipa und Ludwig Minkus Variation der Kiitri. Etwas ganz Besonderes hat sich Katharina Brankatschk ausgedacht. Unterstützt von Andreas Gentzsch, Schlagzeug, und Gerald Rabe, Gitarre, bietet sie ein Medley ihrer Magdeburger Rollen.

Jubel und verschwenderischer Applaus belohnt jede der Künstlerinnen. Beifall erhalten aber auch die Blechbläser der Magdeburgischen Philharmonie Tilman Schneider, Ulrich Neumann, Ernest Musil, Gerhard Vinatzer, Reiner Sand und der Sänger Mario Solimene, deren Darbietung die Auftritte ihrer Kolleginnen stimmig ergänzt.

Eine klug gewählte Abfolge (künstlerische Leitung Joachim Bachmann) und eine attraktive Bühnengestaltung (Sybille Jagfeld, Nadja Krause) lassen die Veranstaltung zu einer wirklichen Gala werden.

Und zum guten Schluss und wie in jedem Jahr: Künstler und Nichtkünstler feiern im "Café rossini" zur Musik des Trios "Jazz for fun". Meinung

   

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