Hamburg ( dpa ). In protestantischen Gegenden ermittelt Pfarrer Braun in ARD-Diensten besonders gern, denn sein Darsteller Ottfried Fischer notiert voll Stolz : " Unsere Reihe ist in lutherischen Gegenden wenigstens so beliebt wie in katholischen. Vielleicht neidet man uns ein wenig unsere katholische Fröhlichkeit. "

Fröhlich, und in dezentem Ausmaß spannend, geht es wieder am 1. und 8. April zu : Zwei neue Pfarrer-Braun-Fälle stehen an, " Schwein gehabt !" am Donnerstag ( 20. 15 Uhr ) und " Kur mit Schatten " eine Woche später. Schauplatz ist nunmehr die Insel Usedom, aber sonst hat sich wenig geändert : der Bischof zürnt, Monsignore Mühlich intrigiert, die Roßhauptnerin kocht, Armin ist keck, Kommissar Geiger bekommt nicht viel mit.

Was gut ist, sollte man gut sein lassen, wehrt sich Protagonist Fischer gegen jeden möglichen Reformgedanken am Grundmuster der Reihe. Auch sein Pfarrer Braun bleibt, was er immer war, schlitzohrig, die Hand an der Schnupftabakdose, sobald es mal wieder etwas zu tun gibt, frisch in seinen Äußerungen, aber in seiner konfessionellen Haltung strikt konservativ. In 18 Pfarrer-Braun-Filmen stand er bisher vor der Kamera, und seine Aufgabe ist mehr als eine Rolle geworden : " Sie hat in mir freigelegt, was Glaube sein könnte ", sagt der 56-Jährige. Schon beim Start vor sieben Jahren, damals vor dem Hintergrund von Norderney, war er sich im Klaren, nun einen Gipfel seiner Karriere erreicht zu haben. Wie böse Ironie mag da gewirkt haben, gerade auf diesem Gipfel vom Schicksalsschlag seiner Parkinson-Erkrankung getroffen worden zu sein.

Fischer schüttelt nur den Kopf : " Nein, ich bin nicht zynisch oder resignativ geworden. Ich denke auch nicht so weit über den Tag hinaus und freue mich am Heute. " Die Arbeit wird irgendwann weniger werden müssen, das weiß er und konzentriert sich auf das, was ihm noch über längere Zeit hin möglich ist. Zum Beispiel das Schreiben : " Gerade arbeite ich mit dem Roger Fritz am Bildband " Extrem bayerisch " über bayerische Sportarten wie Fingerhakeln und so. "

Und die Arbeit am Pfarrer Braun ? Ist die auch ein wenig so was wie eine Therapie, vor allem für die Seele ? " Sagen wir : ein Elixier. " Gern würde er in seiner Rolle auch mal nach Bayern kommen, was bisher aus Konkurrenzgründen zur Sat. 1-Reihe " Der Bulle von Tölz " tabu gewesen war.