Hamburg (dpa). Überschattet von Kostenexplosion und Terminverzögerungen hat Hamburg gestern das Richtfest der Elbphilharmonie gefeiert. "Trotz aller Schwierigkeiten war es richtig, dass wir diese Entscheidung getroffen haben", sagte Bürgermeister Ole von Beust (CDU) vor rund 1200 geladenen Gästen auf der Plaza in 37 Metern Höhe. Sie konnten beobachten, wie die Richtkrone an die Spitze des 110 Meter hohen Gebäudes hochgezogen wurde. Der große Konzertsaal soll einmal zu den zehn besten der Welt gehören und bietet 2150 Besuchern Platz. Der 500-Millionen-Euro-Bau wird den Steuerzahler statt der veranschlagten 77 Millionen wohl 323 Millionen Euro kosten. Die Eröffnung ist für 2013 geplant.

Kurz vor Beginn der Richtfestzeremonie protestierten einige Demonstranten vor dem Prestigebau auf einem alten Kaispeicher im Hafen. Als Römer verkleidet feierten sie "Rom am Abgrund" und forderten "eine Elphi reicht nicht für alle". Mit Liedern besangen sie das "Denkmal für die Reichen" und "ein Schandmal für unsere Stadt" und verteilten mit 350000000 Euro bedruckte Geldscheine.

Seit Jahren sorgt die Elbphilharmonie für Schlagzeilen. Höhere Kosten, die Eröffnung verschoben und angebliche Bau- mängel: Längst ist das Prestige-Projekt zum Alptraum geworden.