Vielfältige Kooperationen prägen die Spielzeit 2010/2011 am Anhaltischen Theater Dessau. Die mit der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin wird ebenso weitergeführt wie jene mit dem Kurt Weill Fest. Bisher einzigartig im Land ist die gerade vereinbarte Zusammenarbeit mit der Tourismus-Marketing Sachsen-Anhalt GmbH.

Dessau-Roßlau. "Wir möchten den Blick auf und in das Theater lenken, ungewöhnliche Einblicke in das Innenleben unseres Theaters vermitteln", kündigt Generalintendant André Bücker bei der gestrigen Vorstellung die neue Dessauer Spielzeit an. "Kein schöner Land" wurde als zentrales Motto für einen abwechslungsreichen Spielplan in Musiktheater, Schauspiel, Ballett, Konzert und Puppentheater gewä hlt. Geplant sind, auch die acht Sinfoniekonzerte eingeschlossen, insgesamt 37 Premieren.

Im Musiktheater mit dem Spielplanmotto "Das Fremde in mir" ist unter anderem die von der Chefregisseurin Andrea Moses inszenierte Oper "Turandot" als Neueinstudierung der Produktion des Nationaltheaters Weimar zu erleben. Ebenfalls in Kooperation mit Weimar inszeniert Andrea Moses in Dessau das musikalische Volksdrama "Chowanschtschina" von Mussorgski. In Kooperation mit dem Kurt Weill Fest bringt Generalintendant André Bücker Weills Erstlingsoper "Der Protagonist" gemeinsam mit der italienischen Oper "Der Bajazzo" auf die Bühne. Zur Premiere gelangen ebenfalls die Strauß-Operette "Die Fledermaus" und Mozarts "Cosi fan tutte".

"Menschen unter Einfluss" heißt es im Schauspiel. "Dr. Mabuse" (nach Norbert Jacques und Fritz Lang) erlebt seine Uraufführung. Mit im Angebot sind die Komödie "Tolles Geld" und "Woyzek" sowie im Studio "Die drei von der Tankstelle" und "Das Leben der Anderen". Die zwei Produktionen mit der "Ernst Busch"-Hochschule sind "Alter Ford Escort Dunkelblau" und "Verwandlungen – Metamorphosen".

Das Ballett unter Chefchoreograph Tomasz Kajdanski bereichert mit den beiden Neuproduktionen "Der Widerspenstigen Zähmung" und "Die Nibelungen" die kommende Spielzeit.

Mit "In weiter Ferne, so nah" wird die Anhaltische Philharmonie "zauberhafte Musik aus unterschiedlichen Ländern und dem Universum zu Gehör bringen", erläutert Generalmusikdirektor Antony Hermus. Er nennt Schnittke, Tschaikowski, Haydn, Beethoven, Richard Wagner, Brahms, Mozart ... Mit "Pluto" wird eine Komposition des aus Sachsen-Anhalts stammenden zeitgenössischen Komponisten Bernhard Schneyer ihre Uraufführung erleben.

Darüber hinaus, so Generalintendant Bücker, sind im über 180-seitigen Spielzeitheft weitere reizvolle Angebote aufgeführt. Auch das Stück "Landscape – Kritik der Liebe" im Luisium, "dessen Aufführungsbeginn 5 Uhr in der Früh sein wird", schmunzelt Bücker.