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Ganz unbekannt sind die beiden Künstlerinnen aus Dänemark, Lis Lindkvist und Henryka Zaremba, in Magdeburg nicht. Sie nahmen verschiedentlich an den Magdeburger Textilsymposien teil und zeigten ihre Arbeiten auch in der Reihe "Das kleine Format", für die die Galerie Süd seit Jahren einlädt.
Magdeburg l Der Ausstellungsraum der Galerie Süd empfängt den Besucher mit sehr unterschiedlichen Ausstellungsstücken. Henryka Zaremba hat an den Wänden großformatige Textilbilder platziert, die nicht nur in ihrer wechselvollen Farbigkeit, sondern auch von ihrem Streben in den Raum hinein leben.
Lis Lindkvist baut aus kleinteiligen Details große Gebilde, die über das Additive der Komposition weit hinausgehen. Sie hat an der Kunst-Handwerk-Schule (Danish Desing School) in Kopenhagen studiert, in Lodz und Poznan bekam sie Stipendien der dortigen Kunstschulen, sie hat an Textilsymposien in Polen, Deutschland und Dänemark teilgenommen.
Auf ihren Studienreisen nach Nepal, Thailand und Malaysia legte sie besonderes Augenmerk auf die dortige Textilkunst. Sie hatte zahlreiche Ausstellungen in Dänemark und im Ausland.
Ihre in Polen geborene Künstlerkollegin Henryka Zaremba, sie lebt seit 14 Jahren in Dänemark, studierte an der Akademie der Schönen Künste in Danzig. Ihre Werke konnte man schon in vielen Ausstellungen in Dänemark, Polen und anderen Ländern dieser Welt sehen.
Zentrale Arbeit von Lis Lindkvist in der Magdeburger Ausstellung ist zweifellos ihr dreiteiliges Objekt "Metamorphose". Auf durchsichtigem Kunststoff multipliziert sie das Werden eines Schmetterlings von der Raupe über die Puppe, bis das flatterhafte Geschöpf dann wenigstens für ein paar Tage von Blume zu Blume fliegen darf.
Der aufmerksame Betrachter wird so auf dem letzten Teil nicht nur über 600 Schmetterlinge finden, die alle einzeln genäht und unterschiedlich strukturiert sind, sondern auch feststellen, dass trotz aller additiven Konstruktion sich sehr viele individuelle Gestaltungsweisen finden. Für diese Arbeit wurde sie übrigens im polnischen Krakau mit einem Preis geehrt.
Hundehaare, Schafwolle und Glitzerpapier
In ihrer "Pastorale", die in der Musik so etwas wie Hirten- oder ländliches Leben meint, hat sie in immer neu genähten Fächern nicht nur Schafwolle, sondern auch Hundehaare und Glitzerpapierchen eingearbeitet, so dass auch in dieser Arbeit aus vielen kleinen Details ein großes, anregendes Bild entsteht, das durchaus an ländliches Leben erinnern kann. Ihre "Kleinen Tiere", die auch etwas Humorvolles ausstrahlen, hat sie aus farbigen Elektrodrähten komponiert.
Henryka Zaremba nennt ihre große dreiteilige Arbeit "Towards the light", was nicht nur gegen das Licht meint, sondern auch vom Dunkel zum Licht.
Die Künstlerin sagt, dass gerade diese Arbeit sehr viel mit Gefühl und Stimmung zu tun habe. Die nach außen verwebten Sisalfasern aus tropischen Agaven changieren in einer Farbigkeit so, dass sich schließlich aus dem Dunkel der Morgen für den Tag öffnet und sich in fröhlicher Lebenskraft vollendet.
Die aus dem Gewebe in unterschiedlicher Länge herausragenden Fasern, die farbig sehr differenziert wechseln, geben den Kunstwerken etwas Reliefhaftes, das in den Raum strebt.
Ihre "Sunmirrors", die Sonnenspiegel, strahlen eine Kraft aus, für die die Künstlerin ganz im Bunde mit der Sonne zu stehen scheint. Auch Henryka Zaremba hat drei kleinformatige Arbeiten zur Ausstellung beigesteuert, in denen sie neue Materialien erprobt. Aus Leinen gewickelte Hülsen werden mit gefärbten Zahnstochern bestückt und ergeben sehr lebendige Wandstücke, die sich im Spiel von Licht und Schatten ständig verändern.
Die Galerie Süd hat nach ihrer längeren Pause wegen des Fahrstuhleinbaus einen wunderbaren Auftakt für neue Ausstellungen gefunden. Zu sehen ist die Schau bis zum 24. August.
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