Beinahe wäre Tangermünde im 14. Jahrhundert zu hauptstädtischen Würden gelangt. Doch bevor es dazu kam, starb der kaiserliche Gönner der Stadt, Karl IV. Statt dessen fiel Tangermünde als Lehen an die Hohenzollern und wurde brandenburgisch.

An die kurze Episode als zweite Residenz eines deutschen Kaisers erinnert das Denkmal für Karl IV. auf der Burganlage. Mit einem weiteren Denkmal leisteten die Tangermünder erst vor einem Jahr Abbitte für ein Unrecht, das namens der Stadt der Bürgerin Grete Minde angetan wurde. Sie wurde fälschlich als Brandstifterin beschuldigt und 1619 hingerichtet.

Die Geschichte der Grete Minde wird im Heimatmuseum dokumentiert. Das Museum befindet sich im Rathaus der Stadt, das bereits Karl IV. und Grete Minde gekannt haben müssen. Dem 1430 begonnenen Bauwerk wurde eine spätgotische Schauwand vorgesetzt, die als ein besonders gelungenes Werk der deutschen Backsteingotik gilt.

Zwei Dinge sollten Tangermündebesucher nicht vergessen : festes Schuhwerk und Zeit. Das eine für das historische Straßenpflaster, das andere für die vielen mittelalterlichen Zeugnisse. Dazu gehören Burganlage mit Gefängnisturm, die 1456 erstmals erwähnte Salzkirche, die Stephanskirche mit dem höchsten Kirchturm der Altmark und Scherer-Orgel sowie die mächtige Stadtmauer mit mehreren Stadttoren. ( rpr )