Für einen gestandenen Politik-Journalisten wie Mike Pomeroy ( Harrison Ford ) ist Frühstücksfernsehen so ziemlich das Verachtenswerteste, was es in seiner Branche gibt. Eine Klausel in seinem Arbeitsvertrag aber verdonnert ihn dazu, die Moderation der von ihm so sehr gehassten Morgensendung zu übernehmen. Die Quoten von " Daybreak " sind hoffnungslos im Keller, die neue Produzentin Becky Fuller ( Rachel McAdams aus " State of Play ") hat die leidvolle Aufgabe, die Morningshow vor dem Aus zu bewahren.

Doch der Investigativjournalist Pomeroy vermag sich nur schwer mit dem Promiklatsch, den Kochrezepten und Haushaltstipps anzufreunden, die er nun allmorgendlich auf dem Bildschirm präsentieren soll. Auch mit seiner Ko-Moderatorin Colleen Peck ( Diane Keaton ) hat er so seine Probleme. Die launische Moderatorin, in jungen Jahren zur Miss Arizona gewählt, streitet sich zur Not auch vor laufender Kamera mit ihrem neuen Kollegen.

Nicht die beste Ausgangslage für die hyperaktive Karrierefrau Becky Fuller, die verlorengegangene Zuschauergunst zurückzuerobern. Und auch nicht der ideale Zeitpunkt, um sich den aufkeimenden Gefühlen für den Kollegen Adam Bennett ( Patrick Wilson ) zu widmen. Um die Show und damit ihren Job zu retten, verdonnert Becky zu guter Letzt ihre Reporter zu immer alberneren und abgeschmackteren Nonsens-Berichten.

" Morning Glory " ist die erste Komödie von Regisseur Roger Michell seit seinem Kassenhit " Notting Hill " von 1999. Mit seinen danach entstandenen Dramen wie " Venus " und " Enduring Love " hat er zwar Kritikerlob ernten, aber keine großen Publikumserfolge mehr erzielen können. Mit diesem rasant inszenierten Kinovergnügen aus der Feder von Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna (" Der Teufel trägt Prada ") dürfte es dem südafrikanischen Regisseur allerdings nicht schwer fallen, ein gutes Einspielergebnis zu erzielen.

Eine tiefschürfende Medienkritik freilich ist " Morning Glory " nicht geworden. Die weitreichenden Veränderungen der Fernsehbranche wie die Boulevardisierung der Nachrichten werden lediglich in einigen satirischen Überzeichnungen aufs Korn genommen und dienen ansonsten lediglich als szenische Grundlage für rasante Dialoggefechte.

Vor allem Diane Keaton als launische Diva und Harrison Ford als grummeliger, arroganter Exzentriker hatten sichtlich größten Spaß am verbalen Schlagabtausch und ergehen sich mit wachsender Spielfreude am hemmungslosen, aber stets punktgenauen Overacting. ( dapd )