Berlin - Eine der exzentrischsten, skandalumwehten Figuren der Musiklandschaft gibt sich zum neunten Mal die Ehre: Marilyn Manson legt ein neues Studio-Album mit dem Titel "The Pale Emperor" (Der blasse Eroberer) vor.

Der gerne als Schock-Rocker titulierte Musiker schickte ein überraschendes Geständnis voraus: "Ich bin einfach wirklich scheu, anders als ihr euch das vorstellt", sagte er dem "Rolling Stone"-Magazin und verriet, dass er nur im Dunkeln Sex haben könne.

Die Unterhose lasse er beim Liebesspiel stets an. "Ich habe diese Phobie, dass das Haus Feuer fängt, und dann möchte ich nicht nackt sein", erklärte der 46-Jährige, der als eine Kunstfigur stets versucht, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Eins bleibt bei Mansons musikalischen Werken aber immer gleich: der Angriff auf die Gesellschaft und das Christentum. Ein Song wie "The Devil Beneath My Feet" etwa dichtet ausgewählte Bibelzitate um.

Als Inspiration für den Titel seines neunten Longplayers diente Manson laut eigener Aussage der weitestgehend unbekannte römische Kaiser Elagabal. Der Name des nur vier Jahre lang regierenden Herrschers diente der Nachwelt als Symbol für Lasterhaftigkeit und Dekadenz der römischen Kaiserzeit. Er wollte die bisherige römische Religion mit Jupiter als oberstem Staatsgott verdrängen und seinen eigenen Staatskult errichten. "Er war der Erste, der Gott abgelehnt hat. Das ist eine große Sache", äußerte sich Manson bewundernd über seinen "Pale Emperor".

Auf die Spur des Kaisers Elagabal brachte Manson ein Buch des Hollywood-Stars Johnny Depp, einer seiner engsten Kumpels. Beide haben sogar das gleiche Tattoo auf dem Rücken.

"The Pale Emperor" nahm Manson zusammen mit seinem neuen Bandkollegen Tyler Bates in dessen Studio in Los Angeles auf. "Dieses Album ist richtiger Rock\'n\'Roll, es ist auf natürliche Art entstanden. Endlich kann ich das tun, wozu ich bestimmt bin", kommentierte der von Jugendlichen meist geliebte und von Eltern kritisch beäugte Künstler.

Was auch immer seine Bestimmung sein mag - es fällt auf, dass Manson im Jahr 2015 um einiges frischer und inspirierter zu Werke geht als noch auf dem doch arg bemüht und matt klingenden Vorgänger "Born Villain". Dabei bedient er sich der Formel des zweiten Albums "Antichrist Superstar", das ihm zu Weltruhm verhalf: die Verbindung seines typischen, von Gothic und Industrial gefärbten Hardrocks mit Blues-Elementen.